Schlusslicht

Katzen in Russland. | Bildquelle: Golineh Atai

Katzen-Kulturhauptstadt Kuriose Katzenliebe in St. Petersburg

Stand: 22.10.2017 11:15 Uhr

Wenn sich vor der weltberühmten Eremitage in St. Petersburg lange Schlangen bilden, muss es nicht um Kunst gehen. Gut möglich, dass die Besucher sich Katzen im Heizungskeller ansehen wollen.

Von Golineh Atai, ARD-Studio Moskau

Sie müssen dreimal miauen vor der Tür, dann dürfen sie eintreten in die "Katzenrepublik". In Europas - und Russlands - erstem Katzencafé fläzen sich bengalische Miezen, eine Sphinx so aufdringlich wie ein Hund, oder eine sibirische Langhaarpracht faul herum.

Katzenliebe seit Jahrhunderten

Die Begeisterung für Katzen lässt sich in Russland über Jahrhunderte zurückverfolgen, erklärt Anna Kondratjewa, Tierärztin und Gründerin des Cafés. Selbst im finstersten Mittelalter seien Katzen niemals getötet worden, eine Katze sei vielmehr so kostbar wie ein Pferd gewesen.

Russische Katzenliebe
Weltspiegel, Golineh Atai, ARD Moskau

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Das weltweit erste Katzengemälde, erklärt Kondratjewa, sei unter Zar Alexej Michailowitsch entstanden, der seine Katze als "Die Ruhige" porträtieren ließ, eine Anspielung auf den sanftmütigen Zaren selbst. Sein Sohn Peter der Große sei grausam gewesen, aber er habe angeordnet, alle Straßenkatzen in Sankt Petersburg zu füttern und sich ihrer anzunehmen.

Und schließlich Peters Tochter Elisabeth: Nach ihrem Erlass im Jahre 1745, Katzen aus Kasan an den Petersburger Hof zu bringen, um der Mäuseplage Herr zu werden, hatten Katzen in der Eremitage lebenslanges Wohnrecht - bis heute.

Katze in Russland.
galerie

Diese Katze hat es sich auf einem warmen Heizungsrohr gemütlich gemacht.

Katzen im Museumskeller

"Achtung - Katzen!": Rot-weiße Schilder vor dem alten Zarenpalast weisen auf die guten Geister der Eremitage hin. Einmal im Jahr dürfen Besucher zu ihnen in die Keller, sie stehen dafür oft länger an als für die Meisterwerke des Eremitage-Museums.

Unten liegen die flauschigen "Exponate" am liebsten auf warmen Heizungsrohren. Mäuse gibt es hier tatsächlich keine. Die Belegschaft, ein Tierfutterproduzent und der deutsche Verein Pro Animale e.V. kommen für die Katzen auf.

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Flauschige Glücksbringer

Auf die Frage, ob die Katze gar für die mysteriöse russische Seele selbst steht, kichern die menschlichen Besucher der "Katzenrepublik". "Nun, die Katze vereint die Behaglichkeit des Kaminfeuers mit stolzer Unabhängigkeit", sagt die eine. "Wir haben Achtung vor ihnen. Abergläubische Russen sagen, Katzen bewachten das Tor zur Hölle!".

Ein anderer sagt: "Vielleicht brauchen wir Haustiere ja gerade deswegen so sehr, weil wir so viel Stress im Alltag haben. Eine Katze ist einfach das, worauf man sich am Ende eines Arbeitstages freut. Ach, und kennen Sie unseren Brauch, beim Einzug in ein neues Heim zuerst eine Katze über die Türschwelle treten zu lassen? Sie bringt Glück und Behaglichkeit ins Haus". Tatsächlich wirbt eine russische Bank mit einem Katzen-Verleih-Service für Kunden, die gerade einziehen.

Die wahre Seele der Stadt St. Petersburg

Auf jeden Fall ist jeder, der die russische Katzenliebe erforschen will, in Sankt-Petersburg am besten aufgehoben. Katzen sind die wahren Seelen der Stadt, meint Anna Kondratjewa.

"Jelissej" und "Wassilissa", Katzen aus Messing und Metall unweit des Newski-Prospekts, erinnern an die Blockade der Stadt im Zweiten Weltkrieg - und wie tausende Katzen aus dem ganzen Land in die Stadt gebracht wurden, um die Petersburger damals vor den Ratten zu retten. Katzen halfen den Bewohnern damals, diese schwere Zeit zu überstehen.

"Katzen sind gütig und gemütlich, und sie sind das, was dem russischen Charakter am nächsten kommt", sagt Olga Mironowa, Züchterin der weltbekannten Petersburger Nacktkatzen. "Wir sind offen und bereit, mit jedem zu miauen, außer wenn uns jemand auf den Schwanz tritt. Was dann kommt ist klar, wir habe viele Krallen."

Über dieses Thema berichtete der Weltspiegel am 22. Oktober 2017 um 19:20 Uhr.

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