Pazifik-Inseln: Russland und Japan wollen Frieden

Shinzo Abe und Wladimir Putin (Bildquelle: dpa)

Knapp 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs

Russland und Japan wollen Frieden

Knapp 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wollen die Regierungen Russlands und Japans ihre Verhandlungen über einen Friedensvertrag wieder vorantreiben. Der russische Staatspräsident Wladimir Putin traf dazu mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Moskau zusammen.

Die Positionen beider Staaten im Territorialstreit um die Südkurilen-Inseln im Pazifik lägen aber noch weit auseinander, sagte Abe. Beide Staaten seien sich jedoch einig, dass die Situation "unnormal" sei. Es war der erste Besuch eines japanischen Regierungschefs in Russland seit zehn Jahren.

Putin kündigte an, dass die Außen- und Verteidigungsminister beider Länder mögliche Lösungsansätze besprechen sollten. "Wir wollen das Problem zu befriedigenden Bedingungen für beide Seiten lösen", sagte er. Der Präsident nahm eine Einladung zu einem Besuch in Japan 2014 an.

Putin und Abe erklärten zudem, dass der bilaterale Handel trotz Rekordwerten noch ausbaufähig sei. Der russische Staatskonzern Gazprom wolle sich am Bau eines Flüssiggas-Terminals in Japan beteiligen, sagte Putin.

Tokio erhebt Anspruch auf nördliche Inseln

Japan fordert seit Jahrzehnten die Rückgabe der "nördlichen Territorien", wie die insgesamt vier Inseln dort genannt werden. Sie waren nach der japanischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg Russland zugeschlagen worden. Wegen des Konflikts haben beide Länder bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

Demonstrative Besuche russischer Spitzenpolitiker auf den dünn besiedelten Südkurilen wie etwa von Regierungschef Dimitri Medwedjew im Juli 2012 hatten in Japan für Empörung gesorgt. Russland hat auf den schroffen Inseln auch Kriegsgerät stationiert. Seit 2001 liegen die Verhandlungen auf Eis. Experten halten eine Einigung für nahezu ausgeschlossen.

Stand: 29.04.2013 19:00 Uhr

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