Obama trifft Aktivisten in St. Petersburg Rückenstärkung für Homosexuelle

Stand: 07.11.2013 16:22 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat sich in Russland demonstrativ hinter Homosexuellen-Aktivisten und andere Bürgerrechtler gestellt. "Die hier versammelten Aktivisten sind unentbehrlich für die Entwicklung Russlands, und ich bin sehr stolz auf ihre Arbeit", sagte er bei einem Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft in St. Petersburg.

Zwei Frauen halten in Moskau eine Regenbogenflagge - das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung - mit der Aufschrift "Liebe ist stärker" in die Höhe. (Bildquelle: picture alliance / dpa)
galerie

Zwei Frauen halten in Moskau eine Regenbogenflagge - das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung - mit der Aufschrift "Liebe ist stärker" in die Höhe. (Archivbild)

Obama traf die Aktivisten, unter ihnen zwei Vertreter von Homosexuellen-Verbänden, nach dem G-20-Gipfel in der russischen Metropole. "In Russland, in den USA und überall auf der Welt hat eine gute Regierung die Aufgabe, Raum für eine funktionierende Zivilgesellschaft zu schaffen", sagte der US-Präsident. Dies schließe die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit ein. Es müsse Menschen ermöglicht werden, sich zusammenzuschließen und wichtige Themen "zu einer gemeinsamen Sache zu machen".

Die Vertreter der Homosexuellen-Verbände werteten das Treffen mit Obama als wichtige Botschaft. Alexandra Saweliewa von der St. Petersburger Gruppe "Coming Out" sagte, Putin solle sich daran "ein Beispiel" nehmen.

Gesetz gegen Homosexuelle in Russland

Die russische Staatsmacht geht immer wieder hart gegen Kritiker von Präsident Wladimir Putin vor. Auch Schwule und Lesben stehen im Visier der Behörden. Das russische Parlament verabschiedete kürzlich ein umstrittenes und auch von Obama scharf kritisiertes Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda", das positive Gespräche über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen unter Strafe stellt. Mit Sorge reagierten die USA und andere Länder auch auf ein neues Gesetz, nach dem sich aus dem Ausland finanzierte Organisationen als "Ausländische Agenten" registrieren lassen müssen.

Putin hatte bereits vor Obamas Gipfel-Besuch in einem Interview gesagt, dass niemand in seinem Land sexuell oder anders diskriminiert werde. "Sie (Homosexuelle) sind absolut vollwertige und gleichberechtigte Bürger Russlands", meinte Putin. Menschenrechtler beklagen ein Klima des Hasses sowie zunehmender Gewalt bis hin zum Mord gegen Angehörige sexueller Minderheiten, wie sie hier offiziell genannt werden.

Darstellung: