US-Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: REUTERS

Cyberattacken USA klagen zwölf russische Agenten an

Stand: 13.07.2018 22:34 Uhr

Wegen der Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs werden zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter angeklagt. Die Demokraten forderten die Absage von Trumps Treffen mit Präsident Putin. Dessen Berater wies die Vorwürfe zurück.

US-Sonderermittler Robert Mueller hat in der Russland-Affäre um Donald Trump Anklage gegen zwölf russische Geheimdienstler erhoben.

Ihnen werde vorgeworfen, mit Hacking-Angriffen in die Präsidentschaftswahl 2016 in den USA eingegriffen zu haben, sagte der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein. Rosenstein steht den Ermittlungen Muellers vor.

Computer der Demokraten angegriffen

Konkret seien die Computer der US-Demokraten und des Wahlkampflagers von Donald Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gehackt worden. Mit den Anklagen gegen die Geheimdienstler geht die US-Justiz davon aus, dass russische Militärs hinter den Hackingangriffen stecken, die unter den Begriffen "DCLeaks" und "Guccifer 2.0" bekannt geworden waren. Bisherige Annahmen, dahinter könnten Amerikaner beziehungsweise ein rumänischer Hacker stecken, seien damit hinfällig.

Die Anklage kommt nur wenige Tage, bevor Trump am Montag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem Gipfel in Helsinki zusammenkommen wird. Rosenstein erklärte, er habe Trump in dieser Woche über die Erkenntnisse informiert.

Demokraten fordern Absage des Treffens mit Putin

Trump hatte kurz vor der Veröffentlichung der neuen Anklagen angekündigt, die mutmaßlichen russischen Cyberattacken gegenüber Putin ansprechen zu wollen. Er werde dieses Thema "absolut entschlossen" aufbringen, versicherte er. Allerdings zweifelte Trump die Erkenntnisse der US-Ermittler immer wieder an, wonach Russland hinter den Hackerangriffen steht.

Demokratischer Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer | Bildquelle: AP
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Schumer fordert im Namen der Demokraten die Absage des Treffens mit Putin.

Die Demokraten fordern mehr, als nur das Thema anzusprechen: Solange Putin nicht "nachprüfbare und transparente Schritte" ergreife, um auf eine Einmischung in künftige Wahlen zu verzichten, solle Trump auf ein Treffen mit ihm verzichten, forderte der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Ähnlich äußerten sich andere Demokraten.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte allerdings bereits, das Treffen werde wie geplant stattfinden.

Zurückweisungen aus Moskau

Die russische Führung erklärte erneut, sie habe sich nicht in die US-Wahlen eingemischt und habe dies auch nicht vor. Gegner einer russisch-amerikanischen Annäherung missbrauchten dieses Thema, sagte der außenpolitische Berater von Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow.

"Wenn die Amerikaner Fakten haben, werden wir sie uns anschauen, das hat unser Präsident mehrfach gesagt", sagte Uschakow der Agentur Tass zufolge. Der Streitpunkt könnte auch in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Abwehr von Cybergefahren besprochen werden.

Angesichts der schlechten Beziehungen wäre es ein Erfolg des Treffens in Helsinki, wenn beide Seiten bereit wären, "den Schutt wegzuräumen", sagte Uschakow. Putin wolle Trump Vorschläge zur wirtschaftlichen Kooperation machen. Auch um Syrien werde es gehen. Der Kreml sehe Trump nicht als Gegner Putins, sondern als "Partner in Gesprächen, die fortgesetzt werden können".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2018 um 19:00 Uhr.

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