Kerzen und Blumen liegen auf einem Foto eines Flugzeuges. | Bildquelle: dpa

Russische Militärmaschine Eine Suche ohne Hoffnung

Stand: 26.12.2016 05:10 Uhr

Nach dem Absturz einer russischen Militärmaschine im Schwarzen Meer mit 92 Insassen gestaltet sich die Suche nach Wrackteilen und Opfern schwierig. Auch ist die Ursache des Unglücks weiter unklar. Präsident Putin ordnete Staatstrauer an.

Nach dem Absturz einer Tupolew Tu-154 über dem Schwarzen Meer dauert die Suche nach Opfern und Trümmern an. Die Rettungskräfte gehen aber nicht davon aus, noch Überlebende zu finden. Mehr als 3000 Einsatzkräfte halfen mit, zudem wurden mehr als 30 Schiffe, mehrere Hubschrauber und eine Drohne eingesetzt.

Das Flugzeug war auf dem Weg nach Syrien, als es zwei Minuten nach dem Start in Sotschi um 5.25 Uhr Ortszeit (3.25 Uhr MEZ) vom Radar verschwand, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Die Tupolew kam demnach aus Moskau und war in Sotschi zwischengelandet, um aufzutanken.

Nach Einschätzung des Ministeriums sind dabei alle 92 Insassen - 84 Passagiere und acht Crew-Mitglieder - ums Leben gekommen. Rettungskräfte entdeckten Trümmerteile an der Absturzstelle etwa 1,5 Kilometer vor der Küste, aber keine Überlebenden. Bis zum Abend wurden elf Leichen geborgen.

Keine Überlebenden bei Flugzeugabsturz über Schwarzem Meer
tagesschau 20:00 Uhr, 25.12.2016, Golineh Atai, ARD Moskau

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Chor sollte in Syrien singen

Mit an Bord waren mehr als 60 Sänger, Tänzer und Orchestermitglieder des weltberühmten Chors der Roten Armee - auch bekannt als Alexandrow-Ensemble. Sie sollten am permanenten Stützpunkt der russischen Luftwaffe in Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia anlässlich der Feiern zum neuen Jahr auftreten.

Es waren auch neun russische Journalisten in dem Flugzeug sowie Militärpersonal. Zudem saß auch die russische Ärztin Jelisaweta Glinka in der Maschine - sie war für ihre Arbeit in Kriegsgebieten bekannt.

Bisher keine Hinweise auf Ursache

Noch ist völlig unklar, wie es zu dem Absturz kommen konnte. Der russische Verkehrsminister Maxim Sokolow sagte, alle Möglichkeiten würden geprüft. Er schloss auch einen Terrorakt nicht aus. Doch für Spekulationen sei es zu früh.

Aus der Maschine wurde kein Notruf abgesetzt. Der Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des russischen Föderationsrats, Viktor Oserow, sah die mögliche Ursache in einer technischen Panne oder einem Fehler der Besatzung. Er hielt einen terroristischen Hintergrund für unwahrscheinlich, da die Maschine nur vom Militär genutzt worden sei. Die Aufklärung des Unglücks könnte sich auch durch die schwierige Suche nach den Flugschreibern verzögern.

Rettungshelfer entladen ein Boot mit Wrackteilen und Toten | Bildquelle: dpa
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Bei Sotschi bringen Rettungskräfte Wrackteile ans Ufer.

Rettungshelfer entladen ein Boot mit Wrackteilen und Toten | Bildquelle: dpa
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Für die Angehörigen gibt es keine Hoffnung, dass Menschen an Bord überlebt haben.

Putin ordnet Trauertag an

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er beauftragte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, eine Untersuchungskommission der Regierung zu bilden. Für heute ordnete Putin außerdem einen landesweiten Tag der Trauer an. Anteilnahme kam auch von der Bundesregierung: Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der vielen Opfer, ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihre Sprecherin ausrichten.

Der Militärchor Alexandrow-Ensemble | Bildquelle: dpa
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Das Alexandrow-Ensemble war unterwegs, um mit den russischen Einheiten in Syrien den Neujahrstag zu feiern.

Hoher Aufwand für Truppenbetreuung

Das russische Verteidigungsministerium fliegt regelmäßig Musiker nach Syrien, um die dort stationierten Soldaten zu unterhalten. Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt.

Von Hmeimim fliegt die russische Luftwaffe seit Ende 2015 Angriffe auf syrische Rebellen zur Unterstützung der Regierungstruppen. Russland ist der engste Verbündete von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Die Tupolew Tu-154 ist ein dreistrahliges Flugzeug, von dem zwischen 1968 bis 2013 mehr als 950 Exemplare ausgeliefert wurden. Es ist für 150 bis 180 Passagiere ausgelegt.

Chor mit langer Tradition

Das Alexandrow-Ensemble ist ein mehrfach ausgezeichneter Soldatenchor, der bereits 1928 gegründet wurde. Gründer war Alexander Alexandrow, der 1943 die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte, die heute die Nationalhymne Russlands ist. Nach Alexandrow übernahm dessen Sohn Boris die Leitung des Chors und behielt sie für rund 40 Jahre inne. Mit seinem Orchester und einer Tanzgruppe ist der Chor inzwischen das größte Militär-Künstlerensemble Russlands - rund 200 Sänger, Musiker und Tänzer gehören ihm an.

Zum Repertoire gehören mehr als 2000 Werke, darunter überwiegend Kirchenlieder sowie traditionelle russische Volkslieder und -tänze. Es handelt sich um Lieder russischer Komponisten, klassische Werke russischer und ausländischer Komponisten, aber auch um weltbekannte Meisterwerke der Popmusik. Seit Jahrzehnten tourt der Chor rund um die Welt - in mehr als 70 Ländern stand das Ensemble bereits auf der Bühne.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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