Tupolew Tu-154 | Bildquelle: REUTERS

Maschine stürzt in Schwarzes Meer Keine Überlebenden bei Tupolew-Absturz

Stand: 25.12.2016 20:39 Uhr

Die Maschine war für das Militär unterwegs nach Syrien. Kurz nach ihrem Start in Sotschi stürzte die Tupolew Tu-154 ins Schwarze Meer. Alle 92 Menschen an Bord starben, darunter auch Mitglieder eines bekannten Armeechors. Die Ursache ist bisher unklar.

In Russland ist ein Flugzeug mit einem berühmten Armeechor an Bord über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Die Tupolew Tu-154 war auf dem Weg nach Syrien, als sie zwei Minuten nach dem Start in Sotschi um 5.25 Uhr Ortszeit (3.25 Uhr MEZ) vom Radar verschwand, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.

Nach Einschätzung des Ministeriums sind dabei alle 92 Insassen - 84 Passagiere und acht Crew-Mitglieder - ums Leben gekommen. Rettungskräfte entdeckten Trümmerteile an der Absturzstelle etwa 1,5 Kilometer vor der Küste, aber keine Überlebenden. Mehrere Leichen wurden bereits geborgen.

Chor sollte in Syrien singen

Mit an Bord waren mindestens 60 Sänger, Tänzer und Orchestermitglieder des weltberühmten Chors der Roten Armee - auch bekannt als Alexandrow-Ensemble. Sie sollten am permanenten Stützpunkt der russischen Luftwaffe in Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia anlässlich der Feiern zum neuen Jahr auftreten. Es waren auch neun russische Journalisten in dem Flugzeug sowie Militärpersonal.

Keine Überlebenden bei Flugzeugabsturz über Schwarzem Meer
tagesschau 20:00 Uhr, 25.12.2016, Golineh Atai, ARD Moskau

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Bisher keine Hinweise auf Ursache

Die Híntergründe sind bisher unklar. Der russische Verkehrsminister Maxim Sokolow erklärte, man könne keine Ursache ausschließen, auch ein Terroranschlag sei möglich. Der Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des russischen Föderationsrats, Viktor Oserow, hatte zuvor gesagt, die Ursache könnte möglicherweise eine technische Panne oder ein Fehler der Besatzung gewesen sein. Terror komme allein deshalb schon nicht in Frage, weil die Maschine nur vom Militär genutzt worden sei, so Oserow.

Rettungshelfer entladen ein Boot mit Wrackteilen und Toten | Bildquelle: dpa
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Bei Sotschi bringen Rettungskräfte Wrackteile ans Ufer.

Rettungshelfer entladen ein Boot mit Wrackteilen und Toten | Bildquelle: dpa
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Für die Angehörigen gibt es keine Hoffnung, dass Menschen an Bord überlebt haben.

Putin ordnet Trauertag an

Die Tupolew kam dem Verteidigungsministerium zufolge aus Moskau und war in Sotschi zwischengelandet, um aufzutanken. Die Suchaktion dauert an. Rettungskräfte sind mit Schiffen, Hubschraubern und einer Drohne im Einsatz.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er beauftragte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, eine Untersuchungskommission der Regierung zu bilden. Für Montag ordnete Putin außerdem einen landesweiten Tag der Trauer an. Anteilnahme kam auch von der Bundesregierung: Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der vielen Opfer, ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihre Sprecherin ausrichten.

Hoher Aufwand für Truppenbetreuung

Das russische Verteidigungsministerium fliegt regelmäßig Musiker nach Syrien, um die dort stationierten Soldaten zu unterhalten. Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt.

Von Hmeimim fliegt die russische Luftwaffe seit Ende 2015 Angriffe auf syrische Rebellen zur Unterstützung der Regierungstruppen. Russland ist der engste Verbündete von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Die Tupolew Tu-154 ist ein dreistrahliges Flugzeug, von dem zwischen 1968 bis 2013 mehr als 950 Exemplare ausgeliefert wurden. Es ist für 150 bis 180 Passagiere ausgelegt.

Chor mit langer Tradition

Das Alexandrow-Ensemble ist ein mehrfach ausgezeichneter Soldatenchor, der bereits 1928 gegründet wurde. Gründer war Alexander Alexandrow, der 1943 die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte, die heute die Nationalhymne Russlands ist. Nach Alexandrow übernahm dessen Sohn Boris die Leitung des Chors und behielt sie für rund 40 Jahre inne. Mit seinem Orchester und einer Tanzgruppe ist der Chor inzwischen das größte Militär-Künstlerensemble Russlands - rund 200 Sänger, Musiker und Tänzer gehören ihm an.

Zum Repertoire gehören mehr als 2000 Werke, darunter überwiegend Kirchenlieder sowie traditionelle russische Volkslieder und -tänze. Es handelt sich um Lieder russischer Komponisten, klassische Werke russischer und ausländischer Komponisten, aber auch um weltbekannte Meisterwerke der Popmusik. Seit Jahrzehnten tourt der Chor rund um die Welt - in mehr als 70 Ländern stand das Ensemble bereits auf der Bühne.

Der Militärchor Alexandrow-Ensemble | Bildquelle: dpa
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Das Alexandrow-Ensemble war unterwegs, um mit den russischen Einheiten in Syrien den Neujahrstag zu feiern.

Über dieses Thema berichteten die tagesschau um 11:40 Uhr am 25. Dezember 2016 und tagesschau24 um 12:00 Uhr.

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