Russlands Präsident Putin | Bildquelle: AFP

Tausende Tonnen Kampfmittel Russland zerstört seine letzten Chemiewaffen

Stand: 27.09.2017 16:21 Uhr

Die russische Regierung hat ihre letzten bestehenden Chemiewaffen zerstört. Präsident Putin forderte die USA auf, dem Beispiel zu folgen. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) begrüßte den Schritt als "Meilenstein".

Russland hat seine verbliebenen Chemiewaffen vernichtet. Dabei handelt es sich um mehrere Tausend Tonnen Kampfstoffe. Präsident Wladimir Putin sagte, dies geschehe drei Jahre früher als geplant. Er bezeichnete deren Zerstörung in seinem Land als "historisches Ereignis".

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) begrüßte den russischen Schritt als "wichtigen Meilenstein". Generaldirektor Ahmet Üzümcü lobte die Zusammenarbeit mit der russischen Regierung und den nicht-staatlichen Kontrolleuren, die den Abbau der Kampfmittel überwachten.

Kritik an USA

Putin verband seine Ankündigung mit Kritik an der US-Regierung. Die Vereinigten Staaten erfüllten "leider" nicht ihre Verpflichtungen aus dem Zeitplan zur Zerstörung ihrer Chemiewaffen, wurde Putin zitiert. Drei Mal sei die Zerstörung von C-Waffen mit der Begründung finanzieller Schwierigkeiten ausgesetzt worden. Er forderte Washington auf, dem Beispiel Moskaus zu folgen.

Die Waffenvernichtungsanlage bei Munster.
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Im niedersächsischen Munster gibt es eine Anlage zur Zerstörung von Chemiewaffen.

Zuletzt hatte der Einsatz von chemischen Waffen durch dass Assad-Regime in Syrien für internationale Kritik gesorgt. Russland blockierte jedoch im UN-Sicherheitsrat mehrfach Resolutionen, die die Regierung in Damaskus für den Einsatz dieser Waffen gegen die eigene Bevölkerung gerügt hätte. Dies hatte empörte Kritik zahlreicher Länder ausgelöst. Das Assad-Regime bestreitet, Chemiewaffen zu besitzen und eingesetzt zu haben.

Abkommen seit 1993

Russland und die USA hatten die Zerstörung der aus dem Kalten Krieg stammenden Vorräte an Chemiewaffen vereinbart. Nach Angaben der OPCW sollte dies für Russland vor 2020 und für die USA vor 2030 abgeschlossen sein. Die UN-Chemiewaffenkonvention von 1993 - die 1997 in Kraft trat - verbietet Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz chemischer Waffen. Die OPCW überwacht die Einhaltung der Konvention. Ziel ist das vollständige Verbot von Chemiewaffen und die Zerstörung entsprechender Arsenale weltweit. Die OPCW erhielt 2013 den Friedensnobelpreis.

Seit 2002 wurden in Russland die Haut- und Nervengifte in sieben eigens errichteten Abrüstungsfabriken unschädlich gemacht. Russland hat dafür nach Behördenangaben über die Jahre 316 Milliarden Rubel (nach derzeitigem Kurs 4,63 Milliarden Euro) ausgegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2017 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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