Admiral Kuznetsov (Archivbild) | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien Russland reduziert Truppen

Stand: 06.01.2017 11:47 Uhr

Russland hat nach eigenen Angaben den ersten Schritt zur Reduzierung seiner Truppen in Syrien eingeläutet: Der Flugzeugträger "Admiral Kusnezow" und mehrere Begleitschiffe sollen laut Verteidigungsministerium abgezogen werden. Unklar ist, wie groß der Truppenabzug ausfällt.

Nach der Eroberung der Großstadt Aleppo durch die syrische Armee hat das russische Militär mit einer Reduzierung seiner Truppen in dem Bürgerkriegsland begonnen. Als erste sollen der Flugzeugträger "Admiral Kusnetzow", der Raketenkreuzer "Peter der Große" sowie mehrere Begleitschiffe die Region verlassen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Schiffe sollen Hafen bei Murmansk ansteuern

"Nach einer Entscheidung von Oberbefehlshaber Wladimir Putin beginnt das Verteidigungsministerium damit, seine eingesetzten Truppen in Syrien zu reduzieren", sagte General Waleri Gerassimow der Agentur Interfax zufolge. Unklar war zunächst, wie groß die Truppenreduzierung insgesamt ausfällt. Die "Admiral Kusnetzow", Russlands einziger Flugzeugträger, hatte Moskau erst im November zur Unterstützung ins Mittelmeer verlegt.

Admiral Kuznetsov (archivbild vom 04. Januar 2017) | Bildquelle: AP
galerie

Der Flugzeugträger "Admiral Kuznetsov" soll wieder nach Russland zurück.

Die Aufgaben der Marine-Verbände seien erfüllt, sagte der russische Generaloberst Andrej Kartapolow. Die Kriegsschiffe hätten eng mit der russischen Luftwaffe in Syrien zusammengearbeitet. Die Schiffe sollen innerhalb der kommenden zehn Tage über das Mittelmeer den Hafen von Seweromorsk bei Murmansk im Norden Russlands ansteuern.

Keine überraschende Ankündigung

Der Schritt der Truppenreduzierung kommt nicht überraschend: Putin hatte dies im Zusammenhang mit der Vereinbarung eines Waffenstillstands im Dezember angekündigt. Russland ist der engste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

Mit russischer Unterstützung gelang es der syrischen Armee und ihren Verbündeten Ende vergangenen Jahres, nach langen Kämpfen die strategisch wichtige Stadt Aleppo im Norden des Landes komplett unter Kontrolle zu bringen.

Russisches Militär in Aleppo (Archivfoto) | Bildquelle: AP
galerie

Russisches Militär in Aleppo: Unklar ist, wieviele Truppen aus Syrien zurückgezogen werden sollen.

Erneut Angriffe auf Hauptwasserquelle von Damaskus?

Seit einer Woche gilt in Syrien eine landesweite Waffenruhe, die von Russland und der Türkei vermittelt worden war. Allerdings kommt es nach Angaben von Aktivisten immer wieder in einigen Gebieten zu Gewalt. So soll die syrische Armee einen Rebellenbezirk angegriffen haben, aus dem die Hauptzufuhr der Wasserversorgung für die Hauptstadt Damaskus gesteuert wird. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, warf die Luftwaffe mindestens zehn Fassbomben im Bezirk Wadi Barada ab.

Das Tal ist strategisch wichtig, weil von hier aus Millionen Menschen in Damaskus mit Wasser versorgt werden. Allerdings ist die Wasserversorgung seit rund zwei Wochen unterbrochen. Regierung und Rebellen machen sich dafür gegenseitig verantwortlich.

Eigentlich planen Russland und die Türkei Friedensgespräche für Syrien in Kasachstan noch in diesem Monat. Allerdings ist völlig offen, ob die Verhandlungen überhaupt stattfinden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Januar 2017 um 11:45 Uhr.

Darstellung: