Blumen und ein Foto stehen im Gedenken an den Piloten Roman Filipov vor dem russischen Verteidigungsministerium. | Bildquelle: picture alliance / Artyom Geodak

Nach Abschuss in Syrien Kampfpilot zum "Helden Russlands" erklärt

Stand: 06.02.2018 16:40 Uhr

Vor wenigen Tagen wurde ein russsischer Pilot in Syrien abgeschossen. Nun ist er in Moskau zum "Helden Russlands" erklärt worden. Es ist die höchste Auszeichnung des Landes.

Von Hermann Krause, ARD-Studio Moskau

Der von einer syrischen Terrorgruppe abgeschossene russische Kampfflieger Roman Filipow wird postum zum "Helden Russlands" erklärt. Es ist die höchste Auszeichnung, die der russische Staat verleiht. Vor dem Verteidigungsministerium in Moskau legten Trauernde Blumen ab.

"Filipows Tod ist ein schwerer Verlust für die russische Luftwaffe", sagte Sergej Surowikin, Generaloberst und Befehlshaber der russischen Luftwaffe in Syrien. Er sei ein echter Kamerad, ein Vorbild gewesen, so Surowikin. "Wir empfinden tiefes Mitleid mit seinen Eltern und mit seiner Familie. Wir werden ihnen jegliche Hilfe und Unterstützung erweisen."

Russisches Kampfflugzeug Sukhoi-25 abgeschossen von Rebellen in der syrischen Stadt Sarakeb, Provinz Idlib | Bildquelle: AFP
galerie

Die russische Su-25 abgeschossen von Rebellen in der syrischen Stadt Sarakeb. Ungeklärt ist, woher die Dschihadisten die Rakete hatten.

Mit dem Fallschirm im Kampfgebiet gelandet

Das russische Fernsehen zeigte seit gestern laufend Bilder vom Abschuss der Su-25. Den Berichten zufolge konnte sich Filipow mit dem Schleudersitz aus seiner Maschine katapultieren. Als er mit dem Fallschirm mitten im Kampfgebiet landete, stand wohl schon fest, dass er keine Chancen mehr hat. Nach einem kurzen Feuergefecht mit syrischen Kämpfern sprengte sich der 33-Jährige selbst mit einer Handgranate in die Luft, heißt es in den Berichten.

Ungeklärt ist nach wie vor die Frage, woher die Dschihadisten die Rakete hatten, mit der sie das Kampfflugzeug abschossen. Franz Klinzewitsch, Mitglied des Verteidigungsausschusses im russischen Föderationsrat, erhob sofort Vorwürfe gegen die USA. "Die Terroristen haben tragbare Luftabwehrraketen. Diese werden bekanntlich an Drittländer von den Amerikanern geliefert", so Klinzewitsch. "Natürlich werden wir Ermittlungen führen - angefangen mit dem Raketentyp bis zu der Frage, wie die Su-25 abgeschossen wurde."

Washington wies den Vorwurf umgehend zurück. Derartige Luftabwehrraketen würden von den USA an keinen anderen Staat geliefert.

Trauerfeier in Moskau zu Ehren des in Syrien abgeschossenen russischen Kampffliegers Romann Philippot | Bildquelle: picture alliance / Evgeny Biyato
galerie

Blumen zum Gedenken an den Piloten Roman Filipow vor dem russischen Verteidigungsministerium in Moskau. "Ein echter Kamerad, ein Vorbild."

Rakete möglicherweise aus einem Nachbarland

Der Duma-Abgeordnete Dimitri Sablin sagte, man habe Informationen darüber dass die Rakete aus einem Nachbarland Syriens komme. Das kann sowohl die Türkei als auch der Irak sein. Verantwortlich für die Sicherheit in der Provinz Idlib ist die Türkei. Syrien wurde auf eine der vielen Konferenzen von Russland, dem Iran und der Türkei in mehrere Deeskalationsschutzzonen aufgeteilt.

Das russische Fernsehen stellte derweil die menschliche Tragödie des Abschusses heraus. Ein befreundeter Pilot sagte: "Ich habe ihn kurz nach Neujahr gesehen. Dann ist er auf eine Dienstreise geflogen. Als ich über all dies erfahren habe, habe ich sofort Tränen in den Augen gehabt."

Fest steht nach dem Abschuss, dass die russische Luftwaffe einer neuen Gefahr ausgesetzt ist. Sofort wurde angeordnet, dass die Maschinen höher fliegen sollen. Die Konsequenz, die Flüge zu reduzieren, wurde natürlich nicht gezogen. Stattdessen startete Moskau eine Vergeltungsaktion. Bei mehr als 30 Kampfeinsätzen seien 33 Terroristen getötet worden. Wie viele Zivilisten ums Leben kamen, wurde nicht erwähnt.

In Syrien abgeschossener Pilot wird "Held Russlands"
Hermann Krause, ARD Moskau
06.02.2018 14:31 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Februar 2018 um 13:08 Uhr.

Darstellung: