Andrej Karlow | Bildquelle: AP

Türkei Russischer Botschafter stirbt nach Attentat

Stand: 20.12.2016 03:56 Uhr

Bei einem Angriff in Ankara ist der russische Botschafter getötet worden. Andrej Karlow war bei einer Ausstellung angeschossen worden und erlag wenig später seinen Verletzungen. Moskau und der UN-Sicherheitsrat sprachen von einem Terrorakt.

In der Türkei ist der russische Botschafter Andrej Karlow erschossen worden. Das russische Außenministerium sprach von einem Terrorakt. Die Tat ereignete sich während einer Ausstellungseröffnung über die russische Provinz Kamschatka in Ankara. Augenzeugen berichten, ein Täter habe in einem Ausstellungssaal zunächst in die Luft geschossen und dann auf den Botschafter. Als dieser am Boden lag, habe der Täter weitere Schüsse abgegeben.

Auf Videos vom Anschlag ist zu sehen, wie er dabei immer wieder "Gott ist groß", "Vergesst nicht Aleppo" und "Vergesst nicht Syrien" ruft. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu sagte, bei dem Attentäter habe es sich um einen 22-jährigen Polizisten gehandelt, der seit zweieinhalb Jahren in der Hauptstadt eingesetzt gewesen sei. Es werde untersucht, welche Verbindungen er gehabt habe. Der Angreifer wurde von Spezialkräften getötet.

Russischer Botschafter in Türkei erschossen
tagesthemen 21:15 Uhr, 19.12.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Putin will Kampf gegen den Terror verstärken

Der Anschlag habe dazu dienen sollen, die erst kürzlich wieder normalisierten Beziehungen zwischen der Türkei und Russland zum Entgleisen zu bringen, sagten die Präsidenten beider Länder. "Wir müssen wissen, wer die Hand des Mörders führte", sagte Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge. Als Antwort auf den Mord werde Russland seinen Kampf gegen den Terror verstärken. "Die Banditen werden es zu spüren bekommen." Putin ordnete die Bildung einer Ermittlergruppe an, die gemeinsam mit türkischen Behörden die Bluttat untersuchen soll.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte in einer am Abend im Fernsehen übertragenen Ansprache eine gemeinsame Untersuchungskommission an. Erdogan und Putin hatten kurz nach dem Attentat miteinander telefoniert.

Rückschlag für Annäherung?

Ankara und Moskau hatten sich zuletzt wieder deutlich angenähert, nach einer schweren Krise 2015. Damals hatte die Türkei einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen, der Kreml verhängte Sanktionen.

An diesem Dienstag wollten Minister aus der Türkei, Russland und dem Iran in Moskau über den Syrien-Konflikt beraten. Das Treffen soll nach Angaben aus Moskau wie geplant stattfinden. "Trotz dieser Tragödie sollten wir konstruktiv arbeiten", sagte der Chef des außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma, Leonid Slutzki. Nach der Bluttat sei es wichtig, den "gesunden Menschenverstand" zu benutzen. Sein Kollege Viktor Oserow vom Sicherheitsausschuss sprach von einem Anschlag auf das russisch-türkische Verhältnis. Der Abgeordnete Franz Klinzewitsch bezeichnete das Attentat als sorgfältig geplante Tat. Es sei unverständlich, warum die türkischen Behörden den Botschafter Karlow nicht besser geschützt hätten.

Auch an den internationalen Finanzmärkten sorgte der Anschlag für Aufregung. Sowohl die türkische Lira als auch der russische Rubel gingen auf Talfahrt.

Türkische Sicherheitskräfte am Tatort in Ankara | Bildquelle: REUTERS
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Türkische Sicherheitskräfte am Tatort in Ankara.

Europa verurteilt das Attentat

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Mord "auf das Schärfste". Er bezeichnete die Tat als "Terrorangriff", der durch nichts zu rechtfertigen sei.

Die Bundesregierung verurteilte das Attentat auf Karlow auf das Schärfste. Es sei eine "sehr traurige Nachricht", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zeigte sich erschüttert. "Wir möchten angesichts dieses kriminellen Gewaltakts unsere Solidarität mit Russland ausdrücken", hieß es in ihrem Kondolenzschreiben.

Steffen Seibert @RegSprecher
Das Attentat auf den russ. Botschafter in Ankara ist eine sehr traurige Nachricht. BRegierung verurteilt die sinnlose Tat auf d. schärfste.

Die syrische Regierung sprach der Familie des Opfers ihr Beileid aus. Das abscheuliche Verbrechen unterstreiche erneut die Notwendigkeit, Terrorismus mit allen Mitteln zu bekämpfen, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Sana aus dem Außenministerium.

Russischer Botschafter in Ankara erschossen
C. Buttkereit, SWR
19.12.2016 19:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Dezember 2016 um 19:03 Uhr

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