Die 'Admiral Kusnezow' bei der Durchquerung des Ärmelkanals | Bildquelle: AP

Anfrage zurückgezogen Russische Flotte tankt doch nicht in Ceuta

Stand: 26.10.2016 15:46 Uhr

Moskau hat seine Anfrage zur Betankung russischer Kriegsschiffe in der spanischen Exklave Ceuta zurückgezogen. Spanien hatte dies ursprünglich erlaubt, war dafür aber von der NATO kritisiert worden und erwog deshalb seinerseits einen Rückzieher.

Nun also doch nicht: Der russische Flottenverband um den Flugzeugträger "Admiral Kusnezow", der derzeit in Richtung östliches Mittelmeer unterwegs ist, wird nicht in der spanischen Exklave Ceuta aufgetankt. Eine entsprechende Anfrage wurde zurückgezogen, bestätigte die russische Botschaft in Madrid. Den Grund dafür nannte die Vertretung nicht.

Die mögliche Betankung an der nordafrikanischen Küste hatte bei Spaniens NATO-Partnern für Empörung gesorgt. Auch EU-Politiker äußerten ihr Unverständnis. "Es ist skandalös, dass Spanien, ein Mitglied der NATO und der EU, der russischen 'Kusnezow'-Flotte erlauben will, auf spanischem Territorium aufzutanken und technische Unterstützung zu erhalten", empörte sich der frühere belgische Regierungschef Guy Verhofstad auf Facebook. Auch ein Sprecher der britischen Regierung protestierte gegen den Stopp. Man sei "beunruhigt über die spanische Gastfreundschaft für die russische Marine".

Spanien will Erlaubnis überdenken

Die NATO hatte befürchtet, dass Russland und Syrien mithilfe der Schiffe ihre Angriffe auf die Rebellengebiete der Stadt Aleppo verstärken und dadurch weitere Zivilisten ums Leben kommen könnten. Entsprechend unter Druck stand die spanische Regierung, den Zwischenstopp nicht zu erlauben. Sie erklärte, sie überprüfe die russische Anfrage. Das spanische Außenministerium verwies aber auch darauf, dass russische Schiffe seit Jahren in spanischen Häfen Betankungs- und Versorgungsstopps einlegten. Derartige Zugeständnisse würden von Fall zu Fall unter totaler Transparenz entschieden.

Nun hat Russland den Spaniern die Entscheidung abgenommen.

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