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Referendum in Rumänien

Stimmenfang zwischen Bikini und Badehose

Bis zum späten Abend haben die Rumänen noch Zeit, um Präsident Basescu abzuwählen. Sogar am Strand ließ die Regierung reihenweise Wahllokale aufbauen, um die notwendige Mindestzahl von Wählern an die Urne zu bringen. Noch ist unklar, ob das gelingt. Denn Basescu rief zum Boykott des Referendums auf.

Von Karla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Südosteuropa

Rumäniens Präsident Basescu
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Die Rumänen entscheiden beim Referendum über die Absetzung von Präsident Basescu

Der sozialdemokratische Bürgermeister Radu Mazere von Constanza am Schwarzen Meer nutzt das Referendum gegen den konservativen Präsidenten für einen zweifelhaften Auftritt. Mit rotem Barrett und Che-Guevara-Sonnenbrille bringt der junge Bürgermeister der zweitgrößten Stadt Rumäniens einen kleinen Trupp langbeiniger Mädchen in knappen Badeanzügen persönlich ins Wahllokal. "Im Sommer ist es meine Aufgabe, mich um die Touristen und die Touristinnen zu kümmern, sowohl wenn es darum geht, Spaß zu haben, als auch darum, sie zum Referendum zu bewegen", sagt er.

Referendum in Rumänien - Alles noch offen
K. Engelhard, ARD Wien
29.07.2012 19:14 Uhr

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Viele Wahllokale am Strand

Das rumänische Fernsehen zeigt diesen Auftritt vom Vormittag im Stundentakt. Wie überhaupt eine rege Beteiligung am Referendum demonstriert wird. Am Schwarzmeerstand sind fast überall Wahllokale geschaffen worden - auch in Bars oder direkt am Strand. Eine Urlauberin mit Bikini meint: "Wahllokale direkt hier am Strand sind sehr willkommen, ich bin überzeugt, sonst würden hier nicht so viele abstimmen."

Bei Temperaturen um die 40 Grad tut die Mitte-Links Regierung alles, um mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten zur den Urnen zu bekommen. Denn nur dann ist das Referendum gültig.

Rumänen bei der Stimmabgabe in einem Wahllokal am Schwarzen Meer
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An den Stränden des Schwarzen Meers wurden für die Touristen viele Wahllokale aufgebaut.

Rumänin in einem Krankenbett bei der Stimmabgabe
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Auch in Krankenhäusern wurden die Rumänen zur Stimmabgabe aufgerufen.

Regierungschef Ponta will Präsident Basescu loswerden

In Umfragen vor dem Referendum wollten zwei Drittel der Rumänen Staatschef Traian Basescu loswerden - doch sie müssen dafür ihre Stimme abgeben. Der 61-jährige Präsident ist für viele der Hauptverantwortliche für den rigiden Sparkurs im Land. Die linksliberale Regierung um den Sozialdemokraten Victor Ponta will den konservativen Basescu loswerden, weil er sich zu sehr in die Regierungsgeschäfte eingemischt hat.

Basescu hat zum Boykott des Referendums aufgerufen und spricht von möglichen Wahlmanipulationen. Allein 40 Strafanzeigen wegen Unregelmäßigkeiten beim Referendum wurden von seiner Partei, der konservativen PDL, bereits gestellt. Landesweite Straßensperren und Ausweiskontrollen sollen Wahltourismus verhindern.

Noch ist offen, ob die Wahlbeteiligung für ein gültiges Referendum reicht. Mehr als die Hälfte der 18 Millionen Wahlberechtigten müssen dafür ihre Stimme abgeben. Bis eine Stunde vor Mitternacht Ortszeit haben die Rumänen noch Zeit dafür.

Stand: 29.07.2012 19:03 Uhr

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