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Die weltweiten Rüstungsausgaben sind im Jahr 2007 weiter gestiegen. Wie aus dem Jahresbericht des Stockholmer Instituts zur internationalen Friedensforschung (SIPRI) hervorgeht, wurden insgesamt 858 Milliarden Euro (1,34 Billionen Dollar) für Rüstungsprojekte ausgegeben und damit rund sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.
[Bildunterschrift: Bundeswehrsoldaten arbeiten an einem Patriot-Luftabwehrsystem. ]
Fast die Hälfte aller Rüstungsausgaben auf der Welt entfiel mit 45 Prozent auf die USA. Das Land wendete demnach 351 Milliarden Euro (547 Milliarden Dollar) dafür auf - 3,4 Prozent mehr als 2006 und mehr als in jedem anderen Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Seit 2001, dem Jahr der Terroranschläge in New York und Washington, sind die Rüstungsausgaben in den Vereinigten Staaten um 59 Prozent gestiegen. Grund seien die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie der im eigenen Land ausgerufene "Krieg gegen den Terror", hieß es im SIPRI-Rüstungsjahrbuch.
An zweiter Stelle steht Großbritannien mit 38,28 Milliarden Euro (59,7 Milliarden Dollar) - dicht gefolgt von China, das 37,4 Milliarden Euro (58,3 Milliarden Dollar) aufwendete und damit Frankreich vom bisherigen dritten Platz verdrängte. Regional betrachtet stiegen die Ausgaben am stärksten in Osteuropa. Der größte Anteil fällt hier auf Russland, das mit insgesamt 22,7 Milliarden Euro (35,4 Milliarden Dollar) aber deutlich hinter den Spitzenplätzen zurückblieb.
Deutschland liegt in der Tabelle der Länder mit den höchsten Militärausgaben auf dem sechsten Platz und hat nach Sipri-Berechnungen mit 23,7 Milliarden Euro (36,9 Milliarden Dollar) einen Anteil von drei Prozent an den weltweiten Ausgaben.
Gekoppelt an die steigenden nationalen Rüstungsausgaben nimmt auch der internationale Handel mit Waffen und militärischer Ausrüstung weiter zu. Im von SIPRI untersuchten Zeitraum von 2003 bis 2007 stieg das Handelsvolumen um sieben Prozent. Auch beim Handel dominieren die Vereinigten Staaten mit einem Marktanteil von 31 Prozent. Darauf folgt Russland, dass ein Viertel aller global gehandelten Waffen exportiert.
Deutschland war zwischen 2003 und 2007 mit einem Anteil von zehn Prozent der weltweit drittgrößte Rüstungsexporteur. Die Nato-Partnerstaaten Türkei und Griechenland waren die Hauptempfängerländer; sie erhielten 15 bzw. 14 Prozent der deutschen Ausfuhren. Darauf folgen Südamerika mit zwölf Prozent und Australien mit einem neunprozentigen Anteil.
Als große Gefahr stufte das Stockholmer Institut den Austritt Moskaus aus dem Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) ein. Mit Blick auf die Atommächte der Welt berichtet SIPRI über ein Gesamtarsenal von gut 25.000 nuklearen Sprengköpfen, von denen mehr als 10.000 sofort auf Raketen oder Flugzeugen eingesetzt werden könnten. Davon entfielen im Januar 2008 insgesamt 5189 auf Russland und 4075 auf die USA. Beide Länder arbeiteten zugleich an einer Modernisierung ihres Rüstungsarsenals.
Trotz der gestiegenen Rüstungsausgaben sind laut SIPRI aber auch die Hoffnungen auf eine wirksame Rüstungskontrolle gewachsen. Die weitere Entwicklung hänge maßgeblich von der künftigen Politik der Vereinigten Staaten ab, hieß es in Stockholm. Es gebe einen zunehmenden Konsens, dass ernsthafte und wirksame Abrüstungsschritte notwendig seien, erklärte SIPRI-Direktor Bates Gill. Deshalb lägen solche Maßnahmen im Interesse von Regierungen ebenso wie der Öffentlichkeit. Besonders wichtig sei dabei eine weitere Abrüstung auf Seiten der beiden größten Atommächte USA und Russland.
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