Fotos von Opfern des Genozids aus dem 1994 in Ruanda | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Genozid in Ruanda Eine späte Entschuldigung

Stand: 21.11.2016 08:18 Uhr

1994 ermordeten Angehörige der Hutu-Volksgruppe vor den Augen der Welt in Ruanda etwa 800.000 Menschen. Viele Opfer starben in Gotteshäusern. Jetzt hat die Katholische Kirche in Ruanda sich für ihre Rolle beim Völkermord entschuldigt.

Die Katholische Kirche in Ruanda hat sich für ihre Rolle beim Völkermord im Jahr 1994 entschuldigt. Man bedauere die Taten jener, die sich damals an den Massakern beteiligt hätten, hieß es in einer Stellungnahme der Bischofskonferenz, die in Gemeinden im ganzen Land verlesen wurde. "Wir entschuldigen uns im Namen aller Christen für alle Formen von Unrecht, die wir begangen haben." In der Erklärung wurde konkret eingeräumt, dass Kirchenmitglieder den Genozid planten, unterstützten und ausführten.

Von Anfang April bis Mitte Juli 1994 brachten radikale Mitglieder der Volksgruppe der Hutu mehr als 800.000 Menschen um. Die meisten der Opfer gehörten den Tutsi an, aber auch moderate Hutu wurden ermordet, weil sie sich nicht an den Morden beteiligten.

Überlebende berichteten, dass viele Opfer von Priestern, Nonnen und anderen Geistlichen getötet worden waren.

Die Kirche in Ruanda wehrte sich in den Jahren nach dem Genozid gegen Bemühungen, deren Komplizenschaft aufzudecken. Sie erklärte vielmehr, dass es sich bei mordenden Kirchenvertretern um Einzeltäter gehandelt habe. Das jetzige Eingeständnis der Bischöfe wird als positive Entwicklung in den Aussöhnungsbemühungen in Ruanda gewertet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 12. November 2016 um 11:30 Uhr.

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