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Lieber Zuschauer, liebe Zuschauerin,
aus Anlass des Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin haben wir so viele E-Mails bekommen, dass ich sie leider nicht mehr alle einzeln beantworten kann. Die meisten beziehen sich aber auf den gleichen Sachverhalt, dass wir das Interview unzulässig gekürzt hätten.
Dazu ist zu sagen: Wir haben mit der russischen Seite, also dem Pressedienst des Ministerpräsidenten, vereinbart, dass wir, sofern der Inhalt es rechtfertigt, in den Nachrichtensendungen der Tagesschau und den Tagesthemen über das Interview berichten und außerdem eine zirka zehnminütige Zusammenfassung nach den Tagesthemen senden. Das haben wir selbstverständlich auch getan (Wortlaut).
Das Interview selbst war erheblich länger, was übrigens durchaus häufig vorkommt. Fernsehen, Radio, aber auch Zeitungen stellen in einem solchen Fall eine redaktionelle Fassung her, die dann in dem vorbesprochenen Rahmen auch veröffentlicht wird. Mit Zensur hat das nicht das geringste zu tun. Manche E-Mail-Schreiber scheint das zu bewegen.
Ich habe zugelassen, dass das Interview durch mehrere russische Sender begleitet wird und nach einer vereinbarten Sperrfrist (20:00 Uhr Ortszeit) nach eigener Entscheidung veröffentlicht werden kann. Die russischen Sender haben das in sehr unterschiedlichen Längen getan (von 5 bis zu rund 40 Minuten). Einige haben nur das aus ihrer Sicht Wichtigste veröffentlicht. Verpflichtet waren sie nur zur Quellenangabe: ein Interview der ARD, Erstes Deutsches Fernsehen. Nur zum Verständnis: Hätte die ARD Interesse daran gehabt, irgendetwas nicht zu veröffentlichen, hätten wir uns gar nicht erst auf solche Bedingungen eingelassen. Also nichts durcheinander bringen!
Die etwas eingeschränkte technische Qualität war dem ungeheuer hohen Zeitdruck an diesem Abend geschuldet. Das hätten wir natürlich gerne noch besser hinbekommen. Der russische Simultanübersetzer ist selbstverständlich ein diplomierter Übersetzer, der schon viele hochrangige Persönlichkeiten, übrigens auch Wladimir Putin, übersetzt hat. Mit etwas weniger Zeitdruck wären wir sicher noch zu einer mehr umgangssprachlichen Übersetzung gekommen, als das an diesem Abend gelungen ist.
Letzter Punkt: Selbstverständlich ist unser journalistisches Interesse, das ganze Interview zu veröffentlichen. Das geschieht am Dienstag, den 2. September, um 6:20 Uhr im WDR-Fernsehen und wird danach auf www.tagesschau.de auch in schriftlicher Form veröffentlicht. Wir machen das sehr gerne und freuen uns, wenn wir das große Interesse damit zufriedenstellen können.
Allen Blog-Kommentatoren und E-Mail-Schreibern herzlichen Dank für ihre Reaktion. Ausgenommen sind diejenigen, denen es nicht gelungen ist, sich außer schwer nachvollziehbaren Beschimpfungen klar und wenigstens halbwegs höflich zu äußern.
Mit besten Grüßen
Thomas Roth
Anmerkung der Redaktion: Das tagesschau.de-Blog war vorübergehend aus technischen Gründen nicht erreichbar, wir bitten um Verständnis.
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