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10.02.2010

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Ausland
Rotes Kreuz feiert 150-jähriges Bestehen
150 Jahre Rotes Kreuz

Am Anfang stand eine Schlacht

Das Rote Kreuz gehört weltweit zu den renommiertesten Organisationen. Die Idee dafür hatte der Genfer Geschäftsmann Dunant, als er vor 150 Jahren eine Schlacht zwischen Österreichern und Italienern erlebte. Er wollte etwas gegen das Leid in Kriegen tun.

Von Pascal Lechler, ARD-Hörfunkstudio Genf

Die Flagge mit dem Roten Kreuz ist weltweit zum Symbol für Hilfe geworden. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Flagge mit dem Roten Kreuz ist weltweit zum Symbol für Hilfe geworden. ]
Die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859: Österreicher kämpfen gegen französisch-sardische Truppen. Zehntausende Menschen werden verletzt. Der Genfer Geschäftsmann Henri Dunant ist zufällig in Italien. Das Leid, das er auf dem Schlachtfeld sieht, bewegt ihn sehr.

Am Abend des 24. Juni organisiert er mit Frauen aus Solferino Hilfe für die Verwundeten, erzählt Roger Mayou, der Leiter des Genfer Rot-Kreuz-Museums: "Als er zurück in Genf war, hat er in einem Buch seine Erlebnisse festgehalten, um seine traumatischen Erinnerungen zu verarbeiten. Darin machte er den Vorschlag, sich in Friedenszeiten zu organisieren, um in Kriegszeiten den Verwundeten besser helfen zu können."

Rotes Kreuz:

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sieht sich als unabhängige und neutrale Organisation, die humanitären Schutz und Hilfe für Opfer von Kriegen und anderen gewaltsamen Konflikten gewährt. Hauptsitz ist Genf, weltweit arbeiten mehr als 12.000 Menschen für das IKRK. Im Sudan, im Irak und in Afghanistan sieht das IKRK seine derzeit größten humanitären Aufgaben.
 

Traumatische Erinnerungen stehen am Beginn

Nach der Veröffentlichung des Buches mit dem Titel "Erinnerungen an Solferino" trifft sich Dunant mit vier weiteren Genfer Persönlichkeiten. Aus diesem Treffen entsteht das "Fünferkomitee" und damit auch das heutige Internationale Komitee des Roten Kreuzes, kurz IKRK.

Mit Hilfe des Komitees will Dunant zwei Ideen vorantreiben, die er in seinem Buch formuliert hat: Die Gründung von nationalen Hilfsgesellschaften einerseits und der Schutz von Verletzten und dem medizinischen Hilfspersonal andererseits, erklärt der ehemalige IKRK Direktor für Völkerrecht und Historiker Francois Bugnion: "Dunant hatte festgestellt, dass die österreichischen Ärzte als Kriegsgefangene genommen wurden und dies, obwohl es an Ärzten mangelte, um alle Verwundeten zu versorgen. Man kann also sagen, dass Dunant schon auf dem Schlachtfeld die Idee hatte, dass Ärzte keine Soldaten oder Feinde sind, sondern dass sie Verbündete gegen das Leiden sind."

Eine weltweite Bewegung entsteht

Zwei Rote-Kreuz-Helfer helfen einem Verletzten in Port-Au-Prince (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Rote-Kreuz-Helfer gibt es mittlerweile in vielen Ländern, hier helfen zwei in Port-Au-Prince einem bei einem Polizeieinsatz Verletzten. ]
Damit war faktisch die Neutralität des Roten Kreuzes entstanden – eine der wichtigsten Grundlagen für die universelle Arbeit der Organisation. Aus dem kleinen Komitee entwickelt sich schnell eine weltweite Bewegung. 1863 findet in Genf eine erste Internationale Konferenz statt. Bald darauf gründen sich in einzelnen Ländern die ersten Rot-Kreuz-Gesellschaften, sagt Bugnion.

"Die ersten entstanden in deutschen Ländern vor der staatlichen Einigung: In Oldenburg, dem Großherzogtum Baden und Preußen. Belgien, Frankreich und die Schweiz folgten rasch." In den muslimischen Ländern entstehen später Rothalbmond-Gesellschaften. Zum ersten Mal kommt das IKRK im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 zum Einsatz.

Nach dem ersten Weltkrieg wird die Föderation des Roten Kreuzes gegründet. Sie soll die Aufgaben des Roten Kreuzes in Friedenszeiten übernehmen. Heute unterstehen IKRK und Föderation sowie die nationalen Gesellschaften der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Stand: 24.06.2009 05:03 Uhr
 

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