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Der ausrangierte deutsche Forschungssatellit Rosat ist auf die Erde gestürzt - ob tatsächlich Trümmerteile die Erde erreicht haben, weiß allerdings bisher niemand. Experten gehen davon aus, dass die meisten Teile des minibus-großen Satelliten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht sind. Allerdings rechneten sie auch damit, dass Bruchstücke auf die Erdoberfläche gestürzt sein könnten.
Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge im US-Staat Massachusetts sagte, vermutlich seien die Teile über Südostasien niedergegangen. Seinen Berechnungen zufolge stürzten die Überreste vermutlich irgendwo östlich von Sri Lanka in den Indischen Ozean oder vor der Küste Myanmars in die Andamanensee.
Die Flugbahn des Satelliten habe über die beiden chinesischen Millionenstädte Chongquing und Chengdu hinweggeführt, sagte McDowell. "Aber falls er über bewohntem Gebiet heruntergekommen wäre, hätte es wohl schon Berichte gegeben", sagte er.
Der Röntgensatellit trat nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zufolge zwischen 3.45 Uhr MESZ und 4.15 Uhr MESZ in die Erdatmosphäre ein. Eine Bestätigung, dass Teile die Erdoberfläche erreicht haben, liege gegenwärtig nicht vor, hieß es weiter. Die Experten gingen davon aus, dass der Raumflugkörper beim Rücksturz nicht vollständig verglüht. Bis zu 30 Trümmerteile könnten auf der Erdoberfläche aufschlagen, das schwerste könne bis zu 1,6 Tonnen wiegen. Das Teleskoprohr und die Spiegel, die besonders hitzebeständig seien, könnten als größter Brocken auf die Erdoberfläche krachen.
[Bildunterschrift: Computergraftik des Satelliten Rosat (Quelle: EADS Astrium). ]
Das Teleskop hatte von 1990 an den gesamten Himmel systematisch nach Röntgenstrahlen-Quellen abgesucht und aus 580 Kilometern Höhe wertvolle Daten geliefert. Forscher konnten Galaxien, Sterne, Kometen, Mond oder Planeten beobachten, bis Rosat nach Schäden am Satelliten Anfang Februar 1999 aufgegeben wurde. Es war ein Projekt von Deutschland, USA und Großbritannien.
Seit dem Missionsende 1999 verlor der Röntgensatellit aber durch die Reibung an der Erdatmosphäre kontinuierlich an Höhe: Anfang September betrug sein Abstand zur Erde nur noch etwa 290 Kilometer. Gesteuert werden kann Rosat nicht, der Satellit hat kein Triebwerk an Bord.
Erst im September war der tonnenschwere Satellit UARS zur Erde gefallen - und einfach im Pazifik verschwunden. 2010 waren insgesamt fast 400 Wiedereintritte von menschengemachten Trümmerteilen in die Atmosphäre gezählt worden, mit einer Gesamtmasse von 60 Tonnen. Alle seien folgenlos geblieben, erklärte Manuel Metz, der beim DLR Experte für Weltraumschrott ist.
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