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US-Präsidentschaftsbewerber besucht Israel
Romney sichert Unterstützung gegen den Iran zu
US-Präsidentschaftsbewerber Romney hat bei seinem Israel-Besuch die Gefahr einer nuklearen Aufrüstung des Iran betont. Man nehme dies "sehr ernst", sagte Romney bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu in Jerusalem.
Von Bettina Marx, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney wird in Israel mit offenen Armen und von der gesamten politischen Spitze empfangen. In Jerusalem traf er am Vormittag mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Shimon Peres zusammen. Auf der Tagesordnung stehen auch Gespräche mit den Vertretern der großen Oppositionsparteien und eine Stippvisite in Ramallah bei Ministerpräsident Salam Fayad.
Für den Abend ist ein Essen mit Netanjahu vorgesehen. Die beiden Politiker kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in einer Bostoner Consulting-Firma in den 1970er-Jahren und teilen die gleiche politisch konservative und wirtschaftlich neoliberale Weltanschauung. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die israelische Regierung einen Wahlsieg Romneys im November wünscht. Sie erhofft sich von ihm deutlichere Unterstützung als von Amtsinhaber Barack Obama. Dies betrifft vor allem ein mögliches Vorgehen gegen den Iran.
"Glaubhafte militärische Drohung"
Ministerpräsident Netanjahu sagte zum Auftakt seines Gesprächs mit Romney, er habe "gehört, was Sie vor ein paar Tagen gesagt haben, dass es die größte Gefahr ist, die der Welt droht, wenn das Regime der Ajatollahs nukleare Fähigkeiten hat". Man müsse "alles tun", so Netanjahu, "um das zu verhindern. Und wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass all die Sanktionen und die Diplomatie das iranische Programm bisher nicht aufgehalten haben." Deswegen sei er der Meinung, "dass wir zusammen mit den Sanktionen eine starke und glaubhafte militärische Drohung brauchen, um diese Situation zu verändern".
Romney sicherte Israel Unterstützung zu, sollte es versuchen, den Iran an der nuklearen Aufrüstung zu hindern. "Ihre Perspektive auf den Iran und seine Versuche, nukleare Fähigkeiten zu entwickeln, nehme ich sehr ernst und ich freue mich, mit Ihnen darüber zu reden, wie wir weitere Aktionen ergreifen können, um den Iran von seinem nuklearen Wahnsinn abzuhalten.“
Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete in ihrer heutigen Ausgabe, dass auch Präsident Obama in Bezug auf den Iran eng mit Israel kooperieren will. Sein Sicherheitsberater Tom Donilon habe Netanjahu in einem Gespräch vor zwei Wochen die amerikanischen Vorbereitungen für einen möglichen Angriff auf den Iran unterbreitet. Washington wäre zu militärischem Handeln bereit, wenn Teheran sein Programm zur Urananreicherung nicht aufgebe.
"Nicht unter dem Vernichtungswillen leben"
Verkehrsminister Israel Katz reicht das nicht. Die USA seien vorbereitet, so Katz, "aber aus unserer Sicht reicht das nicht. Wir glauben nicht, dass der Iran sich an Regeln hält und deswegen wünschen wir uns ein härteres Vorgehen der Weltgemeinschaft und dass alle Optionen auf dem Tisch liegen." Der Staat Israel könne es sich nicht leisten, "unter der Vernichtungsandrohung des Iran zu leben".
In israelischen Sicherheitskreisen gibt es starke Vorbehalte gegen einen Angriff auf den Iran. Im Militär und in den Geheimdiensten fürchtet man eine unbeherrschbare Eskalation.
Stand: 29.07.2012 12:44 Uhr
