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Mitt Romney

US-Wahlkampf

Romney spricht Palästinensern Friedenswillen ab

Der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gerät wegen eines Wahlkampfauftritts hinter verschlossenen Türen immer stärker unter Druck. Jetzt tauchte ein zweites Video auf, das bei der Veranstaltung im Mai heimlich gedreht worden war. Darin äußert Romney die Einschätzung, dass die Palästinenser keinen Frieden wollten und eine Lösung des Konflikts mit Israel nicht möglich sei.

"Ich sehe es so, dass die Palästinenser aus politischen Erwägungen keinen wie auch immer gearteten Frieden haben wollen, dass sie sich der Zerstörung und Auslöschung Israels verschrieben haben", sagte Romney.

Romney will Nahostkonflikt aussitzen

Als Präsident würde er im Nahostprozess lediglich auf Zeit spielen. "Du hoffst auf einen gewissen Grad an Stabilität, aber du erkennst, dass dies ein ungelöstes Problem bleiben wird", sagt Romney in dem Video. Es gebe nur die Hoffnung, dass "irgendwann irgendwie irgendwas passieren und es lösen wird".

Der Republikaner sprach sich zudem dagegen aus, auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt zu dringen. "Die Idee, die Israelis dazu zu drängen, etwas aufzugeben, um die Palästinenser zum Handeln zu bewegen, ist die schlechteste Idee der Welt", zitiert  die Website des US-Magazins "Mother Jones" aus einem weiteren Video Romneys.

Romney äußert sich abfällig über Obama-Wähler
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.09.2012, Karin Dohr, ARD Washington

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Fast die Hälfte der US-Bürger als "Opfer" bezeichnet

Wenige Stunden zuvor war ein erstes Video von derselben Wahlkampf-Spendenaktion öffentlich geworden. Darin zieht Romney massiv über die Anhänger von Präsident Obama her: "Es sind 47 Prozent, die zu ihm (Obama) halten, die abhängig sind von der Regierung, die sich als Opfer sehen und die glauben, dass die Regierung sich um sie kümmern muss", sagt Romney in dem mit versteckter Kamera gedrehten Mitschnitt abfällig.

"Es ist nicht mein Job, mir um diese Leute Sorgen zu machen", fügte er mit Blick auf die Anhänger Obamas hinzu. "Ich werde sie nie davon überzeugen, dass sie selbst Verantwortung übernehmen und sich um ihr Leben kümmern sollten." Er müsse sich vielmehr um die "fünf bis zehn Prozent" der Wähler in der Mitte Gedanken machen, die sich noch nicht auf einen Kandidaten für den Urnengang am 6. November festgelegt hätten.

Romney bleibt bei Aussagen

Romney setzte zwar eiligst eine Pressekonferenz an, hielt dabei aber grundsätzlich an seinen in dem Video gemachten Kommentaren fest. "Lassen Sie mich mal so sagen: Es handelt sich nicht um eine elegante Äußerung", sagte er. Er habe allerdings gewissermaßen aus dem Stegreif auf eine Frage geantwortet.

Für das Lager des in Wahl-Umfragen führenden Obama lieferte Romney damit eine Steilvorlage. "Es ist schockierend, dass ein US-Präsidentschaftskandidat hinter verschlossenen Türen vor einer Gruppe wohlhabender Spender erklärt, die Hälfte des amerikanischen Volks sehe sich als Opfer", erklärte Obamas Wahlkampfleiter Jim Messina. "Es ist schwierig, als Präsident aller Amerikaner zu dienen, wenn man verächtlich die Hälfte der Nation abgeschrieben hat."

Stand: 18.09.2012 20:52 Uhr

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