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Republikaner-Parteitag in Florida
Zu viel Ruhe nach dem Sturm
Jetzt geht es doch noch los: Gestern wirbelte "Isaac" die Parteitagsplanung durcheinander - heute wollen die Republikaner Ex-Gouverneur Romney endlich offiziell zu ihrem Kandidaten machen. Aber die Leidenschaft fehlt. Und so muss Romney bis zuletzt um ihre Sympathien kämpfen.
Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington, zzt. Tampa
Reince Priebus, der Vorsitzende der Republikaner, eröffnete gestern offiziell den Parteitag in Tampa - nur um ihn 20 Sekunden später wieder auszusetzen. Damit hatte er der Formalie genüge getan, den Republikaner-Konvent am 27. August, also gestern, zu beginnen.
Am Wochenende hatten die Parteistrategen noch befürchtet, Tropensturm "Isaac" könne alles durcheinanderwirbeln. "Isaac" hat aber Tampa links liegen gelassen und ist nun auf seinem Weg durch den Golf von Mexiko Richtung New Orleans - fast auf den Tag genau sieben Jahre nach verheerenden Hurrikan "Katrina". "Bei den Menschen in New Orleans sorgt das für ein hohes Maß an Beunruhigung. Aber wir glauben, dass wir mit diesem Sturm umgehen können", beruhigt Bürgermeister Mitch Landrieu.
Die Bewohner, deren Häuser nicht von Deichanlagen geschützt sind, forderte der Bürgermeister dennoch zur Evakuierung auf. "Isaac" wird zwar kein Hurrikan der Kategorie 5 wie Katrina damals, sondern ein Hurrikan der Stärke 1 oder 2 - aber "Isaac" ist langsam und kann jede Menge Regen bringen, also für schwere Überschwemmungen sorgen.
Isaac & der Parteitag der Republikaner
A. Engelke, NDR Washington, zzt. Tampa
28.08.2012 05:14 Uhr
Republikaner-Sorgen um die "Optik"
Auch deswegen haben die Republikaner in Tampa "Isaac" weiterhin auf ihrem Radar. "Die Republikaner sorgen sich etwas um die Optik", sagt Susan Page von der Tageszeitung "USA Today".
Was die Republikaner in jedem Fall vermeiden wollen: Jubelbilder von Mitt Romneys Krönungsparteitag während 700 Kilometer entfernt Menschen um ihre Existenz kämpfen. Wenn irgendmöglich soll ab heute aber nicht mehr "Isaac" den Parteitag bestimmen, sondern endlich Romney.
Tropensturm Isaac trübt Parteitag der Republikaner
tagesschau 12:00 Uhr, 28.08.2012, Elke Maar, WDR
Skepsis bei den Delegierten
"Romney war nicht unsere erste Wahl", gibt Vickie Scalero zu. Die Parteitagsdelegierte aus Kansas und ihre Familie waren erst für Rick Perry, den Gouverneur von Texas und dann für Newt Gingrich als Präsidentschaftskandidaten. "Aber sobald Newt ausgestiegen war, haben wir gesagt: Okay, wer ist der nächste?", erzählt sie. "Und dann waren wir bei Romney an Bord. Wir Republikaner müssen geeint sein. Die Demokraten wollen doch nur, dass wir auseinanderfallen."
Wie diese Delegierte denken viele Republikaner. Sie wollen vor allem eins: dass Präsident Obama im November verliert. Für ihren eigenen Kandidaten Romney brennen nur die wenigsten. Das zu ändern, auch darum geht auf dem Parteitag.
Romney und der Parteitag
ARD-Morgenmagazin, 28.08.2012, Karin Dohr, ARD Washington
Ann wirbt für Mitt, den Menschen
"Ich wünschte, jeder könnte ihn mit meinen Augen sehen", sagte Romneys Frau Ann am Wochenende in einem ihrer zahlreichen Fernsehinterviews. Ihr Auftritt heute Abend - Teil einer PR-Offensive, um ihren häufig hölzern wirkenden Mann in einem besseren Licht zu präsentieren: "Als Mutter habe ich gesehen, wie sehr er Anteil genommen hat, als ich unsere Kinder großgezogen habe. Und wie er meine Arbeit immer wichtiger fand als seine."
Mitt, der Mensch - und nicht Mitt, der Multimillionär, der Mormone oder der Mann, der heute mal diese Meinung vertritt und morgen wieder eine andere. Wenn die Delegierten am Freitag nach Hause fahren, dann sollen sie und viele andere in den USA denken: Mensch, der Mitt ist gar nicht so unsymphatisch - und seine Frau Ann Romney wird die Delegierten und auch die etwa 20 Millionen Zuschauer an den Fernsehgeräten versuchen davon zu überzeugen, dass ihr Mann ein netter Kerl ist.
Stand: 28.08.2012 05:36 Uhr
