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Bad in der Menge: Mitt Romney (li.) und Paul Ryan lassen sich vor der Kulisse der

Republikaner Romney präsentiert seinen Vize Paul Ryan

Verbaler Ausrutscher vor imposanter Kulisse

Die Kulisse war mit Bedacht gewählt: Vor den mächtigen Aufbauten des Schlachtschiffs "Wisconsin" hat der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Romney, seinen Vize Paul Ryan vorgestellt. Doch zu Beginn der Zeremonie leistete sich Romney einen peinlichen verbalen Ausrutscher.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Als habe er seine eigenen Ambitionen auf das Weiße Haus bereits aufgegeben, stellte Mitt Romney seinen Vize Paul Ryan zu Beginn der feierlichen Zeremonie auf der "USS Wisconsin" als den "zukünftigen Präsidenten der USA vor" - und knüpfte damit lückenlos an die Serie seiner peinlichen Ausrutscher und Versprecher der vergangenen Woche an. "Na ja, immer mal wieder mache ich einen Fehler", korrigierte sich Romney lächelnd, damit auch ja jeder begreift, wer der eigentliche Bewerber der Republikaner fürs Präsidentenamt ist. Und fügte hinzu: Mit der Wahl Ryans zu seinem Vize habe er jedenfalls keinen Fehler gemacht.

Mit den Worten "Hey, ich stehe tatsächlich vor der 'USS Wisconsin'" betrat dann der frisch auserkorene Vize die Bühne. Spätestens als das Romney-Team in der Nacht ausgerechnet dieses Kriegsschiff als Schauplatz der Ernennung für den republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten bekannt gab, war klar, dass Romney den siebenmaligen Kongressabgeordneten aus dem gleichnamigen US-Bundesstaat zu seinem Vize ernennen wird. In den Morgenstunden kam dann von Romney die offizielle Bestätigung via Twitter.

Romney ernennt Paul Ryan zum Vize
R. Sina, WDR Washington
11.08.2012 17:03 Uhr

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Ryan befürwortet harte Sparmaßnahmen

Und Ryan, der Haushaltsexperte, Sparmeister und ideologische Vordenker der Republikaner, brachte die entscheidenden Fragen dieses US-Wahlkampfes 2012 präzise auf den Punkt: "Welches Amerika wollen wir? Wie soll unsere Identität in Zukunft aussehen?" Das sind die Fragen, um die es in den kommenden Debatten zwischen US-Präsident Barack Obama und Romney gehen wird.

Und mit der Ernennung des knallharten Schuldensanierers Ryan hat sich Romney festgelegt. Denn Ryans Budgetplan für 2013 sieht massive Einsparungen bei allen Sozialleistungen vor. Und dies bei gleichzeitigen Steuererleichterungen für die Reichen und massiver Aufstockung des Militärhaushaltes. Der Schuldenstaat Amerika könne die Wende schaffen, betonte Ryan an Bord des ausgemusterten Schlachtschiffs "USS Wisconsin". Und fast im Obama-Stil fügte er hinzu: "We can."

Mitt Romney (li.) stellt den Kongressabgeordneten Paul Ryan als seinen "running mate" vor.
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Romney (li.) mit seinem "running mate" Ryan.

Held der "Tea Party"

Wie er die Reduzierung des US-Schuldenberges erreichen will, hat der 42-Jährige bereits in den letzten Monaten klarer gemacht, als es dem 62-jährigen Präsidentschaftsbewerber Romney lieb ist. Die bisher staatliche Krankenversicherung für Senioren soll abgeschafft und privatisiert werden. Wer in zehn Jahren in Rente geht, weiß also nicht, auf welche Gesundheitsversorgung er bauen kann.

Es gehe jetzt um "den Mut zur Wahrheit" betonte Ryan, der seinen Standpunkt im Gegensatz zu Romney ohne Wenn und Aber klar macht. Viele Republikaner und allen voran die rechtskonservative "Tea Party" feiern ihn deshalb als ihren Helden.

Obama geißelt den "Kahlschlag-Sanierer"

Und die Demokraten haben ihren Lieblingsgegner. Ryan sei ein Kahlschlag-Sanierer, betont das Obama-Lager. Das Duo Romney-Ryan wolle die "skrupellose Wirtschaftspolitik" von George W. Bush und alle seine "katastrophalen Fehler" fortsetzen, ließ US-Präsident Obama nach der Ernennung verlauten. Mit Ryans Ernennung zum Vize-Kandidaten der Republikaner haben die USA tatsächlich die Wahl zwischen zwei grundlegend verschiedenen Zukunftsentwürfen.

Romney ernennt Ryan zum Vize-Kandidaten
tagesthemen 22:10 Uhr, 11.08.2012, Tina Hassel, ARD Washington

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Stand: 11.08.2012 17:54 Uhr

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