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Neue ethnische Unruhen
Zehntausende in Myanmar auf der Flucht
Die neuen ethnischen Unruhen im Westen Myanmars haben die Flüchtlingskatastrophe in der Region drastisch verschärft. Die Gewalt habe in den vergangenen Tagen mehr als 22.500 Menschen zur Flucht veranlasst, sagte der Vertreter der Vereinten Nationen in dem Land, Ashok Nigam, der Nachrichtenagentur AFP.
Die Flüchtlinge, überwiegend Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, versuchten, bereits völlig überfüllte Lager zu erreichen. Es sei gut möglich, dass noch wesentlich mehr Menschen als derzeit bekannt auf der Flucht seien.
Mehr als 80 Tote in einer Woche
Bei den Gefechten zwischen Buddhisten und Muslimen wurden im Bundesstaat Rakhine nach Angaben aus Regierungskreisen in den vergangenen Tagen mehr als 80 Menschen getötet. Etwa 130 Menschen seien zudem verletzt worden. Die Lage in Rakhine hatte sich nach Zusammenstößen im Juni, die bereits 75.000 Menschen in die Flucht trieben, zunächst wieder beruhigt. Doch vor einer Woche flammte die Gewalt erneut auf.
Die Bevölkerung in Myanmar ist zu 89 Prozent buddhistisch. Rund vier Prozent der Bevölkerung sind muslimischen Glaubens. Die etwa 800.000 Muslime in Rakhine gehören den Rohingya an. Sie sind staatenlos und in ihren Rechten erheblich eingeschränkt. Die UNO sieht die Rohingya als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt an.
HRW: Probleme bei den Wurzeln packen
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte die myanmarische Regierung auf, die Rohingya vor "bösartigen Angriffen" zu schützen und allen Menschen in der Region zu helfen. Die Regierung müsse zudem die Probleme bei den Wurzeln packen. "Wenn die Behörden nicht auch die Ursachen der Gewalt angehen, wird es wahrscheinlich noch schlimmer werden", warnte HRW.
Stand: 28.10.2012 07:40 Uhr
