Rohingya werden von bangladeschischenSicherheitskräften überwacht. | Bildquelle: AFP

Rohingya in Bangladesch Flüchtlinge müssen in Lagern bleiben

Stand: 17.09.2017 14:54 Uhr

Mehr als 400.000 Rohingya sind inzwischen aus Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Dort wird ihre Lage immer aussichtsloser: Die Regierung schränkte nun die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge drastisch ein. Sie müssen in bestimmten Lagern bleiben.

Die Sicherheitsbehörden in Bangladesch haben damit begonnen, die Bewegungsfreiheit von Rohingya-Flüchtlingen aus Myanmar auf die überfüllten Camps zu begrenzen. Eine Polizeisprecherin erklärte, die Flüchtlinge müssten in den von der Regierung ausgewiesenen Lagern bleiben, "bis sie in ihr Land zurückkehren".

"Sie können nicht über die Straßen, Schienen oder auf dem Wasser von einem Ort zum anderen reisen", so die Polizeisprecherin. Die Flüchtlinge seien auch aufgefordert worden, nicht in Häusern von Verwandten oder Freunden zu wohnen. Die Bevölkerung solle auch keine Flüchtlinge bei sich aufnehmen. Auch Bus- und Lastwagenfahrer sollten keine Rohingya mitnehmen.

Monsunregen verschärft die Lage

In den Camps herrscht zunehmend Not und Verzweiflung, wie Mitarbeiter internationaler Organisationen berichteten. Bangladeschische Ärzte versuchten, wenigstens den Kindern zu helfen: Sie starteten ein Impfprogramm, um Epidemien vorzubeugen. Heftiger Monsunregen verschärfte die Lage. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, eine geplante Rede von Aung San Suu Kyi sei die "letzte Chance", die humanitäre Katastrophe aufzuhalten.

Rohingya in einer Notunterkunft in Bangladesch | Bildquelle: REUTERS
galerie

Rohingya dürfen seit dem Wochenende ihre Notunterkünfte in Bangladesch nicht mehr verlassen.

Bewaffnete vor einem brennenden Haus in Myanmar | Bildquelle: AFP
galerie

Die Regierung in Myanmar sagt, die Rohingya hätten ihre Häuser selbst angezündet.

Myanmar hielt trotz internationaler Kritik an seiner Darstellung fest, in der Grenzregion Rakhine Rebellen der muslimischen Minderheit zu bekämpfen. Die Rohingya hätten von sich aus 176 ihrer 471 Dörfer aufgegeben, erklärte die Regierung. Militante Rohingya und Dorfbewohner hätten ihre Häuser selbst in Brand gesteckt, bevor sie geflohen seien. Beweise dafür legte die Regierung nicht vor.

Die Vereinten Nationen nennen den seit 25. August andauernden Exodus eine Vertreibung und "ethnische Säuberung". Myanmar sprich von "Säuberungsaktionen" zur Vernichtung der Rebellen. Die UN befürchten, die Zahl der Flüchtlinge könne auf eine Million ansteigen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2017 um 20:00 Uhr.

Darstellung: