Männer, Frauen und Kinder tragen ihre Habseligkeiten. | Bildquelle: AFP

UN-Sicherheitsrat zu Rohingya Wut und Enttäuschung über Myanmar

Stand: 29.09.2017 05:22 Uhr

Derart deutliche Worte sind im UN-Sicherheitsrat selten: Als "ethnische Säuberung" hat nicht nur Generalsekretär Guterres das Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya in Myanmar verurteilt. Mehr als 500.000 Menschen flohen nach Bangladesch.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

François Delattre | Bildquelle: AP
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"Wir müssen es ethnische Säuberung nennen", so François Delattre.

Das Wort machte die Runde: Ethnische Säuberung. Schon bevor der UN-Sicherheitsrat überhaupt zusammensaß, um zu lösen, was UN-Generalsekretär Antonio Guterres später einen Alptraum für die Rohingya, eine Katastrophe für Myanmar nennen würde. Das Wort von der ethnischen Säuberung.

Frankreichs UN-Botschafter François Delattre bebte still, als er es draußen vor der Tür aussprach: Man könne nicht ruhig bleiben angesichts dessen, was in Myanmar mit der muslimischen Rohingya-Minderheit passiere. "Wir müssen es ethnische Säuberung nennen", sagte er. Mehr als 500.000 Rohingya sind seit Ende August nach Bangladesch geflohen - vor dem Militär, vor dem Hass der Bevölkerung, vor dem Tod.

UN-Generalsekretär fordert Ende der Gewalt gegen Rohingya
tagesschau24 10:00 Uhr, 29.09.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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"Sie sollten sich schämen"

"Wir haben Menschen ertrinken sehen, als sie durch einen Fluss flohen: Leichen im Wasser, niedergebrannte Dörfer", sagte Nikki Haley, die amerikanische UN-Botschafterin. Wut und Enttäuschung über Myanmar, auch über die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, brachen sich Bahn: "Sie sollten sich schämen, die politischen Führer, die einst so viel für ein demokratisches Myanmar opferten."

Ein niedergebranntes Rohingya-Dorf in Myanmar | Bildquelle: REUTERS
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Ein niedergebranntes Rohingya-Dorf in Myanmar

Und dann verwendete auch sie ihn, den Begriff der ethnischen Säuberung: "Wir sollten keine Angst haben zu sagen, was ist: Es ist eine brutale Kampagne, um das Land von einer ethnischen Minderheit zu säubern."

Guterres spricht von humanitärem Alptraum

Antonio Guterres | Bildquelle: dpa
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UN-Generalsekretär Guterres könnte kaum drastischer in seinen Worten sein.

UN-Generalsekretär Guterres selbst war gekommen, um seinerseits zu sagen, was ist. Die Situation habe sich zur am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise entwickelt und zu einem humanitären Alptraum auch für die Menschenrechte, so der Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Guterres bat nicht mehr, sondern forderte von der Regierung in Myanmar ein sofortiges Ende aller militärischen Operationen, sofortigen Zugang für UN-Helfer, der erst an diesem Tag wieder verweigert worden war, und die sichere Rückkehr aller Rohingya. 

USA fordern Ende von Waffenlieferungen

Sicherere Rückkehr? Schon die Fluchtwege für die muslimische Minderheit aus dem Land heraus hatte das Militär vermint. Es spricht von Terroristen, die bekämpft würden.

"Wenn Terroristen das Problem sind, soll das Militär erklären, warum das Töten von Kindern und die Vertreibung von Familien mehr Sicherheit schafft", fragte eine wütende amerikanische Botschafterin.

Von Hassreden in den staatlichen Medien gegen die UN und Massenerschießungen ist die Rede. So fordern die Amerikaner, kein Land dürfe Myanmar mehr Waffen liefern. UN-Generalsekretär Guterres forderte sie deshalb auf, nicht nur zu reden - jetzt müsse gehandelt werden.

Versteinerte Miene auf Seiten Myanmars

Sicherheitsberater Myanmars bei den UN in New York | Bildquelle: dpa
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Der Sicherheitsberater Myanmars spricht von "Terroristen".

Der Nationale Sicherheitsberater Myanmars, U Thaung Tun, schaute versteinert in den Saal und machte sich Notizen, während die Welt sich Sorgen macht um die Rohingya. Er widersprach - wie das Militär - mit dem Verweis auf Terroristen: Die Ursache der Krise im Staat Rakhine sei Terrorismus, nicht Religion. Davor sei der Großteil der Menschen geflohen. Es gebe keine ethnische Säuberung oder einen Genozid.

Dennoch: Eine Resolution des Sicherheitsrates kam bislang nicht zustande.

UN-Sicherheitsrat fordert Ende der Gewalt gegen Rohingya
Georg Schwarte, ARD New York
29.09.2017 06:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. September 2017 um 04:58 Uhr.

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