Rohingya-Flüchtlinge  | Bildquelle: REUTERS

Lage der Rohingya Mob attackiert Hilfskonvoi

Stand: 21.09.2017 15:25 Uhr

Die Lage der muslimischen Rohingya in Myanmar ist dramatisch. Nun versuchten aufgebrachte Menschen, eine Hilfslieferung für die Bevölkerungsgruppe zu verhindern. Satellitenbilder zeigen, wie dramatisch die Lage der Geflüchteten ist.

Ein wütender Mob hat in Myanmars Unruheregion Rakhine eine Hilfslieferung des Roten Kreuzes für Rohingya mit Gewalt verhindern wollen. Hunderte Randalierer hätten Steine und Molotow-Cocktails geworfen und einige Polizisten verletzt, die in Kampfausrüstung ein Boot der Organisation mit Hilfsgütern für Binnenvertriebene beschützten, teilte die Regierung mit. Der Vorfall ereignete sich in der Provinzhauptstadt Sittwe. Dort wurde ein Boot mit Solarpaneelen, Kleidung, Moskitonetzen, Decken und Hygieneartikeln beladen.

Deutschland gibt mehr Geld

Für die geflohenen Rohingya will die Bundesregierung fünf Millionen Euro spenden. Das teilte Außenminister Sigmar Gabriel am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit. Deutschland hatte zuvor bereits 60 Millionen Euro für den Nothilfefonds der Vereinten Nationen zugesagt. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach am Rande der UN-Vollversammlung mit Blick auf die Rohingya von einem "Völkermord", der im Gange sei, und einer "ethnischen Säuberung". Ähnlich hatten sich zuvor bereits die Vereinten Nationen geäußert.

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Flüchtlingslager der Rohingya in Kutupalong, Bangladesch am 25. Mai und 16. September

Satellitenbild von Kutupalong, Bangladesch, vom 16.9.2017
Satellitenbild von Kutupalong, Bangladesch, vom 25.5.2017

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Satellitenbilder zeigen Tausende Flüchtlinge

Auf neuen Satellitenbildern wird das Ausmaß der Flüchtlingsbewegung nach Bangladesch immer deutlicher. Die Firma DigitalGlobe stellte der Nachrichtenagentur AP Aufnahmen zur Verfügung, die die Gegend vor und nach der Ankunft der Flüchtlinge zeigen. Auf den Bildern sind riesige Zeltstädte zu sehen, die sich über Ackerland und offene Wiesen erstrecken.

Myanmar verspricht Lösung

Myanmars Vize-Präsident bei der UN-Generalversammlung | Bildquelle: AFP
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Myanmars Vize-Präsident bei der UN-Generalversammlung

Myanmar versprach derweil eine Langzeitlösung für den Konflikt mit den Rohingya. Das tiefe Misstrauen, das sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt habe, müsse langsam abgebaut werden, sagte Vizepräsident Henry Van Thio bei der UN-Generalversammlung. Die Regierung fühle sich verpflichtet, Hilfe ohne Diskriminierung bestimmter Menschen oder Gruppen bereitzustellen und die Empfehlungen umzusetzen, die unter anderem der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan im Umgang mit den Rohingya für Myanmar aufgestellt hatte.

Seit dem 25. August flohen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration mehr als 420.000 Angehörige der Rohingya nach Bangladesch. 

Über dieses Thema berichteten am 21. September 2017 NDR Info um 09:08 Uhr und Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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