Roger Ailes  | Bildquelle: REUTERS

Fox-News-Gründer Ailes gestorben Berater, König, Präsidentenmacher

Stand: 18.05.2017 19:31 Uhr

Der Gründer des konservativen Fernsehsenders Fox News, Roger Ailes, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Als Medienberater half Ailes einst den republikanischen Präsidenten Nixon, Reagan und George H.W. Bush im Wahlkampf.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Seine Unterstützung für die Republikaner reicht weit zurück - bis hin zu einer der dunkelsten Präsidentschaften der USA, der von Richard Nixon, der schließlich über den Watergate Skandal stürzte, auch wenn er sich hier noch verteidigt: er sei kein Gauner.

Roger Ailes - für viele Jahre stand sein Name geradezu synonym für eines der einflussreichsten konservativen Fernsehprogramme der USA: Fox News. Er war aber auch Medienberater für Kandidaten und Präsidenten, von Richard Nixon über Ronald Reagan und George H. W. Bush bis hin zu Donald Trump. Für den Fox-News Moderator Howard Kurtz war Roger Ailes ein Visionär, seiner Zeit oft voraus.

Der erste Fernseher für Nixon

Er war es, der einen Fernseher in das Oval Office brachte. Er wollte ein Foto von Präsident Nixon, der zuschaut, wie die Astronauten auf dem Mond landen. Damit wollte er betonen, wie sehr Amerika mit den Errungenschaften der Raumfahrt verbunden ist - das war seine Vision.

Ailes verabschiedet sich von der Politik - ein bisschen zumindest: "Anfang der 1990er-Jahre habe ich die Politik verlassen - nach dem Wahlkampf 1988. Meine Mutter dachte immer, als 'Berater' würde ich keinen Job finden. Habe ich aber. Erst CNBC, dann kam ich hierher."

Hier: Das ist Fox-News. Er gründete den Sender, der zum Imperium des konservativen Medienmoguls Rupert Murdoch gehört, als Konkurrenz zu CNN. Geradezu ein Kraftzentrum habe er daraus gemacht, so heißt es nun im Nachruf des Senders.

Der König wurde aus seinem Reich gejagt

Megyn Kelly, hartnäckige Trump-Interviewerin ehemals auch von Fox-News, inzwischen bei NBC, nennt Roger Ailes gar eine Art König seines Senders. Vergangenen Juli aber musste der König sein Reich verlassen - sexuelle Belästigung, so der Vorwurf. Die Mitarbeiterin Gretchen Carlson, eine ehemalige Miss America, hatte ihn verklagt. Sie erklärte, er habe ihre Karriere bei dem Sender beschädigt, nachdem sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen habe. Weitere Frauen unterstützten Carlson, darunter Laurie Luhn, rund zwei Jahrzehnte eine der engen Ailes-Mitarbeiterinnen, hier im ABC-Interview: "Er verlangte, dass ich auf die Knie gehe und tue, was immer er will. Und es ist nicht schön zu sehen, wenn Roger Ailes unzufrieden ist."

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Es war der Auftakt für eine schwierige Phase bei Fox News. Vor einem Monat trennte der Sender sich von seinem Star-Moderator Bill O’Reilly, nachdem die "New York Times" über hohe außergerichtliche Zahlungen berichtet hat - ebenfalls wegen Vorwürfen sexueller Belästigung.

Wegbereiter für Trump

Konkurrenz-Sender CNN beschreibt Ailes in seinem Nachruf als den Mann, der alles getan habe, um Donald Trumps überwältigenden Sieg den Weg zu bereiten. Ironie der Geschichte: Im Moment von dessen Wahlerfolg sei Ailes bereits geschasst gewesen.

Das Verhältnis zu Trump soll sich später abgekühlt haben - noch kurz nach dem Rauswurf aber klingt das ganz anders: "Er ist schon lange mein Freund. Bei einigen der Frauen, die sich jetzt beschweren, da weiß ich doch, wie viel er ihnen geholfen hat. Er ist ein sehr guter Mensch, das habe ich immer so gesehen. Und sehr talentiert - schauen Sie sich an, was er erreicht hat."

Angaben zur Todesursache des 77-jährigen Ailes gibt es bislang nicht. Seine Witwe zeigte sich in einer schriftlichen Mitteilung tieftraurig. Ihr Mann sei ein Patriot gewesen, zutiefst dankbar in einem Land zu leben, mit der Chance, hart zu arbeiten, aufzusteigen - und dann zurückgeben zu können.

Roger Ailes ist tot
K. Clement, aRD new york
18.05.2017 18:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete WDR 3 am 18. Mai 2017 in den Kulturnachrichten.

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