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Nach den Spielen von London
Rio rüstet sich für Olympia 2016
Es dauert zwar noch vier Jahre bis zu den nächsten Olympischen Sommerspielen, aber trotzdem arbeitet Rio de Janeiro bereits mit Hochdruck an den Sportstätten. Noch ist davon nicht viel zu erkennen, aber 2016 will die Stadt zeigen, dass sie nicht nur feiern, sondern auch organisieren kann.
Von Anna Küch, ARD-Hörfunkstudio Rio de Janeiro
Auch wenn es mit den Goldmedaillen in London nicht so klappen wollte - die Carriocas, wie die Bewohner von Rio genannt werden, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. In vier Jahren kommen die Olympischen Spiele zu ihnen, da bleibt genug Zeit, an der Copacabana die Schönheit Rios anzupreisen. Am berühmtesten Strand Brasiliens sollen die Schwimm- und Beachvolleyball-Wettbewerbe stattfinden. Auch eine Fanmeile ist geplant.
Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen in Brasilien
A. Küch, BR
13.08.2012 19:20 Uhr
Aufwändige Bauarbeiten
Überall in Rio wird gebaut und gehämmert, Hafen und Altstadt werden aufwändig renoviert. Die Stadt sei kaum noch wiederzuerkennen, sagt Antonio Nacimento, Sportchef bei der Tageszeitung "O Globo": "Rio 2016, das wird eine neue Stadt sein. Eigentlich ist es jetzt schon so. Lange Zeit sind wir von der Politik alleingelassen worden, die Stadt war in den Händen von Banditen. Aber jetzt erneuern wir uns nicht nur finanziell sondern auch emotional."
Rio will der Welt beweisen, dass es nicht nur feiern, sondern auch organisieren kann. Zwar türmen sich vor dem berühmten Maracaná-Stadion, wo die Eröffnungsfeier stattfinden soll, noch die Schuttberge, doch der Umbau der Fußballarena soll rechtzeitig zum Confederationscup im nächsten Jahr fertig sein.
Die Bucht für die Segel-Wettbewerbe stinkt nach Kloake
Auch die Probleme in der schönen Guanabara-Bucht will die Stadt beheben. Dort, wo die Segler mit Blick auf die Altstadt gegeneinander kämpfen sollen, treiben Autoreifen, Müll und Plastiktüten im Wasser, es stinkt nach Kloake. "Die Segler sind schon besorgt und wollen nicht antreten", sagt Sportjournalist Naciminto. "Seit vielen Jahren versucht man, das zu säubern. Ein Kanal und Kläranlagen werden gebaut. Eine dreckige Bucht wäre eine Schande. Ich weiß auch nicht, warum die Politiker das nicht schneller machen."
Etwas schneller könnte auch der Ausbau von wichtigen Zufahrtstraßen vorangehen. Das Olympische Dorf und viele Stadien entstehen weit weg vom Zentrum, im Westen der Stadt. Die geplante U-Bahn ist noch lange nicht fertig. Zu Stoßzeiten steckt man regelmäßig im Stau fest, sagt Student Gilberto: "Das wird ein Chaos werden. Schon jetzt geht nichts mehr bei diesem Verkehr. Hotels fehlen genauso wie die Wettkampfstätten. Das wird alles erst auf den letzten Drücker fertig."
Rio de Janeiro bereitet sich auf Olympia 2016 vor
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.08.2012, Julia Ballaschk, ARD Rio de Janeiro
Bereits fertig: der Freizeitbereich der Athleten
In der Tat in Barra da Tijuca ist noch nicht viel vom Olympischen Dorf zu sehen, auch der Olympiapark steckt in den Anfängen. Bürgermeister Tiago Mohamed führt über einen neu errichteten Sportplatz, mit Fitnessgeräten und Fußballtoren. "Das ist hier der Freizeitbereich für die Athleten, da können sich die Sportler bei den Olympischen Spielen begegnen und vergnügen. Außerdem ist der Park jetzt schon für die Bevölkerung offen, damit die hier Sport machen kann."
Ein Angebot, das viele wahrnehmen, wie eine junge Frau, die ihren Sohn an der Hand hält: "Obwohl wir hier viele Unannehmlichkeiten durch die Baustellen erleiden, erwarten wir von den Olympischen Spielen gute Dinge für unsere Zukunft. Ich bin hier im Park, um meinen Sohn zum Sport anzumelden. Wer weiß? Vielleicht wird er ja bei den Olympischen Spielen 2016 dabei sein, er wird dann zwölf Jahre alt sein."
Die Stadt wird sicherer
Zumindest die Leichtathleten müssen sich keine Sorgen machen. Das moderne Stadion gibt es bereits seit 2007, es wurde für die Panamerikanischen Spiele gebaut. Und Rio ist sehr viel sicherer geworden. Favelas in der Nähe von Stadien wurden von der Polizei besetzt. Die Drogenbanden sind in andere Gebiete weitergezogen.
Stand: 13.08.2012 20:15 Uhr
