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Installation beim Rio+20-Gipfel: Fisch aus Alt-Plastik

UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro

"Rio+20" - nur eine Bestandsaufnahme

UN-Generalsekretär Ban hat die Teilnehmer des Umweltgipfels "Rio+20" dazu aufgerufen, einer Vision zu folgen und aktiv für Nachhaltigkeit zu handeln. Trotz verbreiteter Kritik an der bereits vorliegenden Abschlusserklärung warb er dafür, das Treffen zu einem Vermächtnis zu machen.

Von Julio Segador, ARD-Hörfunkstudio Buenos Aires

Ban Ki Moon
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Will "Rio+20" zu einem Vermächtnis machen: Ban Ki Moon

"Ein historischer Moment und ein großer Schritt in die Zukunft, die wir wollen": UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sparte zur Eröffnung von "Rio+20" nicht mit großen Worten und er zeigte sich überzeugt, dass die Konferenz in Rio de Janeiro mehr ist und mehr sein wird als eine bloße Bestandsaufnahme des historischen Erd-Gipfels.

"Es hat in wichtigen Dingen Fortschritte gegeben. Nun ist es an der Zeit, den entscheidenden Schritt zu machen. Nun muss gehandelt werden. Wir müssen einer Vision folgen. Und gerade hier bei 'Rio+20' sehen wir die Zukunft, die wir wollen. Lassen Sie Rio zu unserem Vermächtnis machen, auf das zukünftige Generationen aufbauen können."

Eröffnung des UN-Umweltgipfels Rio+20
J. Segador, Buenos Aires zzt. Rio de Janeiro
21.06.2012 02:44 Uhr

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Kein großer Wurf, aber ein halb volles Glas

Angesichts des zähen Ringens um das Abschlussdokument, das den Gipfel schon Tage vor dem eigentlichen Start fast in eine Krise gestürzt hatte, wunderte sich manch einer über die Worte des UN-Generalsekretärs.

Bei der deutschen Delegation klangen die Worte deutlich verhaltener. Für Entwicklungsminister Dirk Niebel ist das vorliegende Abschlussdokument kein großer Wurf. Er hofft aber noch: "Ich hätte mir mehr konkretere Zielvereinbarungen, auch Zeitschienen gewünscht. Wenn Sie fragen, ob das Glas halb voll oder halb leer ist, dann sage ich Ihnen, es ist halb voll. Es geht jetzt darum, den Prozess zu gestalten."

Vorhaben reichen nach Einschätzung von Umweltaktivisten nicht aus
tagesschau 12:00 Uhr, 21.06.2012, Michael Stocks, ARD Rio de Janeiro

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Energiewende - ein deutsches Thema

Ähnlich die Stimmungslage des neuen Umweltministers: Peter Altmaier verbuchte es als Erfolg, dass das Konzept der "Green Economy" vor allem auf Druck der deutschen Delegation Eingang in das Abschlussdokument gefunden hat. Dass in diesem Zusammenhang etwa dem Abbau fossiler Brennstoffe zumindest als Perspektive nicht kategorisch die rote Karte gezeigt wird, ist einer dieser typischen Formelkompromisse, die es einem schwer machen, von einem Erfolg von "Rio+20" zu sprechen.

Altmaier wollte da lieber über ein deutsches Thema reden, zu dem er sich im Kreise der neuen Kollegen immer wieder äußern musste: die Energiewende in Deutschland. Altmaier denkt, dass das nur der Anfang ist: "Ich glaube, dass wir einiges tun müssen, um die internationale Dimension der Energiewende zu verstärken, dass wir enger zusammenarbeiten zwischen den Ländern, die sich inzwischen zur Energiewende bekennen und dass wir das Wissen und die Kenntnis über diese Energiewende und ihre Prozesse verbreiten, damit interessierte Länder sich hier Rat und Ideen abholen können."

ARD-Umweltexperte Werner Eckert zum Rio+20-Gipfel
nachtmagazin 00:30 Uhr, 21.06.2012

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Kritik: "Rettung der Staaten ist wichtiger als Rettung der Umwelt"

Scharfe Kritik kam von den Umwelt- und Naturschutzverbänden. Ban Ki Moon habe die Krisen und globalen Herausforderungen richtig beschrieben, hieß es. Das Abschlussdokument billige demgegenüber das Versagen der Staats- und Regierungschefs.

Hubert Weiger, der Chef der Umweltorganisation BUND: "Die Europäische Union hat hier kläglich versagt. Das Ergebnis, das wir jetzt diskutieren, geht nicht zuletzt auf den mangelnden Einsatz der Europäischen Union zurück und der hängt natürlich wiederum damit zusammen, dass die Rettung der europäischen überschuldeten Staaten wichtiger ist als die Rettung der Umwelt."

Zwei Tage lang werden nun die Vertreter von knapp 200 Staaten bei "Rio+20" sprechen. Umweltminister Altmaier hat am Freitag seinen Auftritt im Plenum der UN-Umweltkonferenz.

Rückblick: Erfolge und Pleiten der Welt-Umwelt-Konferenz
nachtmagazin 00:30 Uhr, 21.06.2012, Ingrid Bertram, WDR

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Stand: 21.06.2012 05:45 Uhr

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