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20 Jahre nach dem Gipfel von Rio

Der Pudding ist von der Wand getropft

Der UN-Gipfel in Rio 1992 war ambitioniert. Er galt als Aufbruch in eine nachhaltigere Zukunft. "Doch wir haben vergessen, den Pudding an die Wand zu nageln", sagte der damalige Umweltminister Töpfer mit Blick auf die schleppende Umsetzung der Beschlüsse. 20 Jahre später herrscht Ernüchterung.

Von Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion, zzt. Rio de Janeiro

Klaus Töpfer
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"Es gab so etwas wie den Geist von Rio" - Ex-Umweltminister Klaus Töpfer.

Rio 1992 - das war so etwas wie ein Loch in der Zeit. "Es gab so etwas wie den Spirit of Rio, den Geist von Rio", meint Klaus Töpfer, damals deutscher Umweltminister und eine Art Rio-Lokomotive.

Die Teilung der Welt in Ost und West war gerade überwunden, der Kalte Krieg vorbei. Die Hoffnung war groß, sich endlich den wahren Problemen der Welt zuwenden zu können. Der Wille, das auch zu tun, war spürbar.

Rio brachte einiges ins Rollen

"Es war eine unglaublich positive Aufbruchsstimmung", erinnert sich Töpfer. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass dieses emotionale Vertrauen nicht ausgereicht habe. "Dass wir zu wenig Vorsorge getroffen haben, dies auch wirklich umzusetzen", so der ehemalige Umweltminister.

An anderer Stelle hat er einmal gesagt: "Wir haben vergessen, den Pudding an die Wand zu nageln."

Rio brachte trotzdem Dinge ins Rollen. Mit starken Konventionen zum Klimaschutz und zum Artenschutz, weniger ergiebigen zum Wald und zur Wüstenbekämpfung. Vor allem aber ist mit dem ersten Rio-Gipfel eine große Idee verbunden: Es muss einen neuen Weg zu Wohlstand geben. Entwicklung ohne Sozialdumping und Umweltzerstörung. Würde der Weg der Industriestaaten auf China und Indien übertragen, wäre der Planet überfordert.

Der damalige Bundeskanzler Kohl spricht vor der UN-Konferenz in Rio
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Anno 1992: Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl spricht vor der UN-Konferenz in Rio.

Das Ende der Euphorie

Deutschlands erster grüner Umweltminister, Jürgen Trittin, hat das dann beim Rio+10-Gipfel so formuliert: "Wir müssen eine Veränderung unserer Produktions- und Konsumgewohnheiten haben. Die Fehlentwicklung im Norden zu korrigieren, das ist die eigentliche Herausforderung."

Das war 2002 in Johannesburg. Die Euphorie war weg, der Pudding von der Wand getropft. Johannesburg war ein Mega-Event, mit 50.000 Teilnehmern die bis dahin größte UN-Konferenz aller Zeiten. Der zweite Anlauf dazu, in 14 Tagen die Welt zu retten. Sven Teske von Greenpeace war aber am Ende nicht der einzige, der so eine Konferenz nie mehr wieder wollte: "Wir haben das ja gesehen, dass im Stundenrhythmus andere Themen abgehandelt wurden. Und teilweise einige Themen einfach nur noch abgearbeitet wurden, damit sie erledigt wurden. Und nicht damit die Probleme gelöst wurden", so Teske.

Von Rio nach Rio - Rückblick auf 1992 und die Entwicklung
W. Eckert, ARD Rio de Janeiro
18.06.2012 13:56 Uhr

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Die UNO setzt auf Green Economy

Rio+20 ist deshalb zumindest eines: kürzer. Die UN-Organisationen haben den Anspruch einfach eine Stufe niedriger gehängt. Je weniger die Staaten sich auf gemeinsame Ziele einigen können, desto mehr setzt die UNO jetzt auf Green Economy - auf Umweltschutz aus Eigennutz.

"Die reale Wirtschaft beginnt zu erkennen, dass der Weg, den sie in den vergangenen 150 Jahren gegangen ist, letztlich in den Ruin führen wird. Und von daher sind Veränderungsprozesse im Gang", meint Achim Steiner, der Chef des UN-Umweltprogramms.

Kaum Fortschritte

Bislang klingt das aber eher wie eine Beschwörung. Steiners Leute haben gerade festgestellt, dass es nur bei vier von 90 Umweltzielen eine nennenswerte Verbesserung seit Rio gegeben hat. In doppelt so vielen Fällen hat sich die Welt von ihren eigenen Zielen nur noch weiter entfernt.

Stand: 20.06.2012 05:15 Uhr

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