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Nachfolge von Clinton
Rice will nicht US-Außenministerin werden
Die in Kritik geratene US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, ist überraschend aus dem Kandidatenrennen um die Nachfolge von US-Außenministerin Hillary Clinton ausgestiegen. Ihre Ernennung wäre kostspielig und würde Unruhe stiften, schrieb sie in einem Brief an Präsident Barack Obama. Dem Fernsehsender NBC sagte sie zudem, ihre Entscheidung sei "das Beste für unser Land".
Die ranghohe Diplomatin galt als Obamas Top-Favoritin für die Nachfolge Clintons, die bereits vor der Präsidentschaftswahl im November angekündigt hatte, dass sie im Falle einer Wiederwahl Obamas nicht erneut als Außenministerin antreten wolle. Der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton werden eigene Ambitionen für das Präsidialamt bei der Wahl 2016 nachgesagt.
Heftige Kritik wegen Äußerungen zu Bengasi-Angriff
Rice war nach dem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi am 11. September unter Druck geraten. Dabei wurden vier Menschen getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen. In einer ersten Stellungnahme hatte Rice darauf verwiesen, dass es sich wohl nicht um einen Terroranschlag gehandelt habe, sondern um eine relativ spontane Reaktion auf den in den USA produzierten Mohammed-Film.
Vor allem die Republikaner forderten Antworten auf die Frage, warum Rice und etliche andere ranghohe US-Vertreter auch Tage später noch von einem spontanen Protest wegen des Anti-Islam-Films sprachen und die inzwischen bekannte Verwicklung von Al-Kaida-Terroristen herunterspielten. Die Republikaner warfen der Obama-Regierung daraufhin vor, den Anschlag mit Blick auf die Präsidentenwahl zu verharmlosen.
Ein schwerer Schlag
Für Obama ist Rices Rückzieher ein schwerer Schlag. Das Präsidialamt erklärte jedoch, Obama akzeptiere die Entscheidung und freue sich, dass Rice die USA weiterhin als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten wolle. Indirekt kritisierte Obama die Republikaner. Rice habe mit ihrem Schritt Charakterstärke gezeigt, sagte er. Er bedauere die unfairen und irreführenden Angriffe auf Rice in den vergangenen Wochen.
Zuvor hatte Obama noch erklärt, seine Wunschkandidatin gegen alle politischen Widerstände als Außenministerin nominieren zu wollen. Allerdings wäre er damit auch auf Konfrontation mit dem Kongress gegangen. So hatten republikanische Senatoren angekündigt, eine Nominierung Rices verhindern zu wollen. Doch auch im Weißen Haus bröckelte der Rückhalt für die Diplomatin zuletzt.
Kerry kann sich Hoffnungen machen
Mit dem Rückzieher wachsen die Chancen des demokratischen Senators John Kerry für das Amt des Außenministers. Er gilt als Unterstützer Obamas der ersten Stunde. Vor vier Jahren war Kerry bereits in der engeren Auswahl im Rennen um den Chefposten im State Department. Damals bekam schließlich Hillary Clinton den Zuschlag.
Zudem war der Senator von Massachusetts 2004 der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterlag damals aber dem damaligen Amtsinhaber George W. Bush.
Stühlerücken im Pentagon
In Washington wird derzeit auch über ein mögliches Stühlerücken in der Chefetage des Pentagons spekuliert. So soll der frühere republikanische Senator von Nebraska, Chuck Hagel, als Topfavorit auf die Nachfolge von Verteidigungsminister Leon Panetta gehandelt werden.
Stand: 21.12.2012 20:15 Uhr
