Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump und Cruz  | Bildquelle: AFP

Sechste TV-Debatte der US-Republikaner Trump trampelt weiter

Stand: 15.01.2016 16:19 Uhr

Die Spannung steigt - in etwa zwei Wochen beginnen in den USA die US-Vorwahlen. Dementsprechend hoch her ging es bei der sechsten TV-Debatte der republikanischen Kandidaten. Vor allem zwischen Donald Trump und Ted Cruz flogen die Fetzen.

Die Politik musste erst einmal warten. Zwar standen sieben Kandidaten der Republikaner in North Charleston auf der Bühne, doch zum Auftakt der sechsten Fernsehdebatte vor der ersten Vorwahl am 1. Februar stritten sich vor allem zwei: Donald Trump und Ted Cruz.

Denn Trump zweifelte an, ob Senator Cruz, Sohn eines Kubaners und einer Amerikanerin, der in Kanada geboren wurde, überhaupt ein richtiger US-Bürger sei und die rechtlichen Voraussetzungen für die Präsidentschaft erfülle. "Über deinem Kopf schwebt ein großes Fragezeichen", sagte der Immobilientycoon. "Das kannst du der Partei nicht zumuten."

"Die Verfassung hat sich nicht geändert - die Umfragewerte schon"

Der 45-jährige Cruz wurde im kanadischen Calgary als Sohn einer US-Bürgerin und eines Kubaners geboren. Der Senator konterte, dass die Gesetze in dieser Sache klar seien: "Das im Ausland geborene Kind eines US-Bürgers ist von Geburt an US-Staatsbürger. Trump macht das doch nur, weil ich ihm in Umfragen auf den Pelz rücke", konterte Cruz. "Die Verfassung hat sich nicht geändert - die Umfragewerte schon."

Zumindest in Iowa konnte Senator Cruz in den letzten Umfragen zu dem Immobilienmogul aufschließen.

Doch einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von "Wall Street Journal" und "NBC" konnte Trump wiederum im republikanischen Bewerberfeld seinen Vorsprung ausbauen. Der Milliardär liegt demnach mit 33 Prozent Zustimmung landesweit 13 Prozentpunkte vor Cruz.

"Es geht um das größte Land aller Zeiten"

Er wolle diese Episode des "Gerichtsfernsehen" ja ungern unterbrechen, mischte sich Senator Marco Rubio ein, aber man müsse doch einmal zum entscheidenden Thema der Wahl kommen: "Es geht um das größte Land aller Zeiten, aber 2008 wählte das Land einen Präsidenten, der Amerika nicht reparieren, sondern verändern wollte, einen Präsidenten der nicht an die Verfassung glaubt, sondern sie unterminiert."

Ja, Amerika gehe Stück für Stück zugrunde, darin waren sich alle sieben Teilnehmer der Debatte einig. Schuld am Niedergang sei Barack Obama.

Mehr Soldaten, ein offener Krieg gegen den "Islamischen Staat", lockere Waffengesetze, weniger Steuern, Klimainitiativen und die Gesundheitsreform Obamas rückgängig machen. Das ist das Programm der führenden konservativen Präsidentschaftsbewerber.

Und eine Wahl Hillary Clintons wäre so etwas wie eine dritte Amtszeit für Obama, warnte Gouverneur Chris Christie.

Die sieben Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner | Bildquelle: AFP
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Die sieben Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner debattieren zum sechsten Mal. Im Mittelpunkt standen allerdings nur zwei: Donald Trump und Ted Cruz

"Alle auf dieser Bühne sind besser als Clinton"

"Alle auf dieser Bühne sind besser als Clinton", meinte auch Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush. Bush, der vor einem Jahr noch als Favorit galt, dümpelt allerdings mittlerweile bei fünf Prozent.

Und schließlich wiederholte Trump seine Forderung, keine Muslime in die USA einreisen zu lassen. Dies sei eine "verwirrte Forderung und unrealistischer und unmoralischer Populismus", konterten Bush und John Kasich.

"Trump steht für Geld und Medien"

Der erzkonservative Ted Cruz stichelte, Trump stehe trotz seiner markigen Sprüche doch in Wahrheit für die um "Geld und Medien" kreisenden liberalen Großstadtwerte New Yorks. Dazu zähle die Unterstützung von Abtreibung und Homoehe und die Konzentration auf Geld und Medien. Kurzum: Wer einen wahren Konservativen wolle, solle sich von Trump nicht blenden lassen.

Am 1. Februar macht Iowa den Auftakt bei den Vorwahlen, die sich bis in den Frühsommer hinziehen. Offiziell küren Republikaner und Demokraten ihre Kandidaten bei den Nominierungsparteitagen im Juli, die Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt. Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, bei seinen Demokraten gilt die frühere Außenministerin Hillary Clinton als große Favoritin.

Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

TV-Debatte der Republikaner
A. Horchler, HR, Washington
15.01.2016 07:04 Uhr

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