Dave Brat lässt sich nach seinem Vorwahlerfolg feiern. (Bildquelle: picture alliance / AP Images)

Vorwahlen der US-Republikaner Tea Party feiert Comeback

Stand: 11.06.2014 08:36 Uhr

Fünf Monate vor den US-Kongresswahlen hat der Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Eric Cantor, bei den Vorwahlen der Republikaner eine schwere Niederlage erlitten. Der zweitmächtigste Mann seiner Partei im Repräsentantenhaus verlor in seinem Wahlkreis Richmond im Bundesstaat Virginia deutlich gegen den bisher weitgehend unbekannten Kandidaten Dave Brat. Der steht im Parteienspektrum noch weiter rechts und gehört der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung an.

Ultrakonservativer Politik-Neuling

Brat ist es ersten Analysen zufolge gelungen, seine Anhänger an die Wahlurnen zu holen, indem er Cantor als abgehobenen Washington-Insider darstellte, der zu wenig konservativ sei. Er hatte Cantor im Wahlkampf vorgeworfen, konservative Ansichten nicht genügend zu vertreten und beim Thema Einwanderung nicht hart genug zu sein. Brat ist Wirtschaftsprofessor und Politik-Neuling.

Der 51 Jahre alte Cantor war einer der Politstars der Republikaner. Er galt als möglicher Nachfolger für den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, John Boehner - jetzt aber ist Cantors politische Karriere vorbei. Dabei hatte Cantor mehrere Millionen Dollar im parteiinternen Wahlkampf ausgegeben, Brat den letzten Zahlen zufolge gerade mal 200.000 Dollar.

Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus unterliegt Kandidat der Tea Party
R. Büllmann, ARD Washington
11.06.2014 05:10 Uhr

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Wahlergebnis erschwert Kompromisse

Die Tea Party hat sich nach einer Reihe von Niederlagen im Vorwahlkampf jetzt eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Sender CNN sprach von einem "politischen Erdbeben". Brats Erfolg dürfte der ideologisch stark ausgerichteten Tea-Party-Bewegung neuen Auftrieb geben. Eine erhoffte Annäherung der Tea Party an gemäßigtere Positionen sei damit auch erst einmal vom Tisch, so die Einschätzung von Beobachtern.

Eric Cantor gesteht seine Niederlage bei den Vorwahlen ein. (Bildquelle: AP)
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Eric Cantor gestand seine Niederlage bei den Vorwahlen ein.

Nach Einschätzung der "New York Times" werde das Wahlergebnis auch Fortschritte bei der dringend notwendigen Einwanderungsreform deutlich erschweren. Im Kern geht es darum, den fast zwölf Millionen illegalen Arbeitern, die zumeist seit Jahren im Land leben, einen Weg in die Legalität zu ebnen.

Kongresswahlen im November

Cantor gestand im Gespräch mit CNN seine Niederlage ein. "Es ist zwar enttäuschend, aber ich glaube an dieses Land. Ich glaube, dass hinter der nächsten Ecke für uns alle eine Chance wartet." In den USA finden im November Kongresswahlen statt. Bei den fortdauernden Vorwahlen geht es darum, wer bei der Abstimmung im November antreten darf.

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