Reaktionen auf Gewalt in Ägypten Berlin und Paris bestellen Botschafter ein

Stand: 15.08.2013 14:14 Uhr

Konflikte in Ägpyten (Bildquelle: dpa)
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Straßenschlacht in Kairo: Die eskalierende Gewalt in Ägyptens Hauptstadt ruft die internationale Politik auf den Plan (Archivbild)

International wird die Eskalation der Gewalt in Ägypten scharf kritisiert. Die Bundesregierung bestellte - ebenso wie Frankreich - den ägyptischen Botschafter ein. Außenminister Guido Westerwelle hatte bereits am Mittwoch im ARD-Brennpunkt ein Ende der Gewalt gefordert. Für die deutschen Beziehungen zu Ägypten werde das "nicht ohne Konsequenzen bleiben", sagte er.

Zugleich regte Westerwelle ein "zügiges" Krisentreffen europäischer Außenminister an. Bei dem Treffen könnte ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt werden, sagte er in Tunis.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte, die Ausgangssperre in Kairo aufzuheben und in einem ersten Schritt verhaftete Muslimbrüder freizulassen. Es müsse alles getan werden, "um einen Bürgerkrieg" zu vermeiden. Hollande drang darauf, so bald wie möglich Neuwahlen abzuhalten.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. "Diejenigen, die angesichts dieses Massakers schweigen, sind genau so schuldig wie diejenigen, die es angerichtet haben", sagte er vor Journalisten.

Außenminister Westerwelle zum Vorgehen der ägyptischen Regierung
Brennpunkt, 14.08.2013

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USA kritisieren Ausnahmezustand

Zuvor hatten sich bereits die USA in deutlichen Worten gegen die Gewalt in Ägypten gewendet. Auch den verhängten Notstand kritisierte die US-Regierung scharf. "Wir lehnen die Rückkehr zu Notstandsgesetzen strikt ab und fordern die Regierung auf, grundlegende Menschenrechte wie die Versammlungsfreiheit sowie die Rechtsstaatlichkeit zu achten", sagte der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.

US-Außenminister John Kerry bei der Pressekonferenz in Amman (Bildquelle: REUTERS)
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Auch US-Außenminister Kerry verurteilte die Gewalt in Ägypten.

Partei ergreifen wollen die USA in dem Konflikt aber nicht. "Wir sind nicht in der Position, einer bestimmten Seite unsere Unterstützung zu geben." Außenminister John Kerry hatte allerdings die Absetzung Mursis vergangene Woche als "Wiederherstellung der Demokratie" gewertet - und war dafür heftig kritisiert worden. Jetzt appellierte Kerry eindringlich an alle Konfliktparteien, eine politische Lösung zu finden. Die ägyptische Regierung müsse den Ausnahmezustand so schnell wie möglich wieder aufheben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die gewaltsame Räumung der beiden Protestlager der Muslimbrüder in Kairo "aufs Schärfste" und forderte alle Konfliktparteien auf, auf Versöhnung statt Gewalt zu setzen.

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