Putin blickt besorgt | Bildquelle: REUTERS

US-Angriff auf Luftwaffenbasis Putin sieht Beziehung zu USA gefährdet

Stand: 07.04.2017 13:53 Uhr

Russland hat den US-Angriff scharf verurteilt und Absprachen mit den USA über Luftwaffeneinsätze in Syrien gestoppt. Präsident Trump erntete viel Zustimmung für seine Entscheidung. Syriens Machthaber Assad nannte die USA "politisch blind".

Das russische Verteidigungsministerium hat bekanntgegeben, vorerst keine Informationen mehr über seine eigenen Kampfjeteinsätze in Syrien an die USA weiterzugeben. Mit den Absprachen sollen eigentlich Kollisionen zwischen russischen und amerikanischen Kampfflugzeugen im syrischen Luftraum verhindert werden.

Russlands Präsident Putin sprach in Hinblick auf die US-Offensive von einer "Aggression gegen eine souveräne Nation". Die Luftangriffe verletzten internationales Recht und seien ein ernsthaftes Hindernis für die Bildung einer internationalen Koalition im Kampf gegen Terrorismus.

Der Chef des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Viktor Oserow, sagte der Agentur RIA, Russland fordere eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

Assad: USA politisch blind

Syriens Machthaber Bashar al-Assad nannte den Angriff rücksichtslos und unverantwortlich, er spiegele eine Fortsetzung einer Politik wider, die auf die Unterwerfung von Völkern abziele. Das Verhalten der USA offenbare nur deren "Kurzsichtigkeit und politische und militärische Blindheit für die Realität".

Nach US-Angaben wurde Russland vorab über den Angriff informiert. Auch die NATO bestätigte, von den USA über den Plan unterrichtet worden zu sein. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg machte die Führung in Damaskus für den US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt verantwortlich. "Das syrische Regime trägt die volle Verantwortung für diese Entwicklung."

Auch Deutschland wurde vorab informiert. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sei von ihrem US-Amtskollegen James Mattis kurz vor dem Angriff unterrichtet worden, teilte ein Sprecher mit.

Unterstützung aus Großbritannien und Frankreich

Unterstützung für den Angriff erhielt die US-Regierung unter anderem von Großbritannien, Frankreich und Saudi-Arabien. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May sagte, das Vorgehen sei eine angemessene Antwort auf den "barbarischen Chemiewaffenangriff" der syrischen Regierung.

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault nannte den Angriff eine Warnung an ein "kriminelles Regime". Die Zukunft Syriens sei nicht mit dem Präsidenten Bashar al-Assad verbunden. Die Amerikaner starteten damit, ihre Position klarzustellen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb auf Twitter: "Die USA demonstrieren mit den Luftangriffen die Entschlossenheit, die es angesichts der barbarischen chemischen Angriffe braucht."

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Trump habe die "starke und eindeutige Botschaft" übermittelt, dass der Gebrauch und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert würden. Israel hoffe, dass diese Botschaft auch in "Teheran, Pjöngjang und andernorts" gehört werde.

Moskau verurteilt US-Luftangriff in Syrien
tagesschau 16:00 Uhr, 07.04.2017, Golineh Atai, ARD Moskau

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Saudi-Arabien: "Mutige Entscheidung"

Saudi-Arabien sprach von einer "mutigen Entscheidung Trumps". Saudi-Arabien habe den USA volle Unterstützung zugesichert, hieß es aus dem Außenministerium.

Auch die syrische Opposition begrüßte den Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis. Sie hoffe, dass die US-Offensive fortgesetzt werde, um die syrischen Luftangriffe und den "Einsatz von international geächteten Waffen" zu stoppen, sagt ein Sprecher der syrischen Nationalen Koalition.

Zustimmung auch von Demokraten

Parteiübergreifende Zustimmung erhielt Trump aus dem US-Kongress. Es sei richtig, dem syrischen Machthaber Assad klar zu machen, "dass er einen Preis dafür bezahlt, wenn er solche verabscheuungswürdigen Gräueltaten begeht", erklärte der Vorsitzende der demokratischen Minderheit im Senat, Chuck Schumer.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, nannte das Vorgehen "angemessen und richtig". Die Luftangriffe auf den Stützpunkt Al-Schairat in der Provinz Homs machten deutlich, "dass das Assad-Regime nicht mehr auf die Untätigkeit der USA zählen kann, wenn es Gräueltaten gegen syrische Bürger begeht".

Scharfe Kritik an dem Angriff kam aus dem Iran, berichtete die Nachrichtenagentur Insa unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums. Solche Angriffe würden Terroristen in Syrien stärken und die Lage in dem Bürgerkriegsland und der Region schwieriger machen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. April 2017 um 9:00 Uhr.

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