Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) | Bildquelle: dpa

Reaktionen auf Referendum Schäuble rät zur Gelassenheit

Stand: 05.12.2016 12:05 Uhr

Nach dem gescheiterten Italien-Referendum warnen viele Politiker vor einer neuen Euro-Krise, Finanzminister Schäuble will davon nichts wissen. Die Reaktionen der Finanzmärkte seien "entspannt". Demonstrativ gelassene Töne kommen auch aus Brüssel.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht durch den Ausgang der Volksabstimmung in Italien keine Gefahr für den Euro. Die Reaktionen auf den Finanzmärkten seien "entspannt", sagte Schäuble beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Ich glaube, es gibt keinen Grund, von einer Eurokrise zu reden" und "ganz sicher keinen Grund, sie herbeizureden". Schäuble riet, das Ergebnis des Referendums "mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis" zu nehmen.

Europäische Reaktionen auf Verfassungsreferendum in Italien
05.12.2016, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Vertrauen in Italien

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagte, die EU-Partner hätten "Vertrauen" in die Verantwortlichen in Italien. Das Land sei "solide" und gut ausgestattet, um sich seinen Herausforderung zu stellen. Er zeigte sich "sehr zuversichtlich", dass die Eurozone widerstandsfähig genug sei, um "alle Arten von Schocks" zu verkraften. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erklärte, das gescheiterte Referendum mache die Situation für Italien und die EU schwieriger. Es sei aber nicht der Start einer neuen Krise der Eurozone.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich dagegen besorgt. "Das ist ganz sicherlich kein positiver Beitrag in einer der schwierigsten europäischen Zeiten", sagte der SPD-Politiker. Es sei aber eine Regierungskrise, keine Staatskrise, "auch nicht der Untergang des Abendlandes", ergänzte Steinmeier. Die Regierungskrise müsse möglichst bald beendet werden. 

Bedauern in Berlin

Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum hatte Ministerpräsident Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt - was Bundeskanzlerin Angela Merkel "mit Bedauern" zur Kenntnis genommen habe. Die Kanzlerin habe "sehr gut" mit ihrem italienischen Kollegen zusammengearbeitet und dessen Reformkurs in den vergangenen Jahren unterstützt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Ähnlich Äußerte sich Vizekanzler Sigmar Gabriel: "Das ist bitter für Renzi und bitter für Italien. Ich hoffe, dass der eingeschlagene Weg der Modernisierung fortgesetzt wird. Denn vom Stillstand profitieren nur die Populisten." Italien ist nach Griechenland das Euroland mit dem höchsten Schuldenstand. Er liegt bei 133 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Sorge bereitet auch der italienische Bankensektor, in dem einige Institute wegen fauler Kredite mit großen Problemen kämpfen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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