Die im südkoreanischen Kriegsmuseum ausgestellten Replika von historischen nord- und südkoreanischen Raketen | Bildquelle: AFP

Konflikt um Nordkorea Die Sorgen der Nachbarn

Stand: 10.08.2017 20:10 Uhr

Der verbale Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea ruft auch Pjöngjangs asiatische Nachbarn auf den Plan: Südkorea warnt den Norden vor Provokationen. Japan kündigt an, im Fall des Falles sein Raketenabwehrsystem einzusetzen. Und China sitzt zwischen den Stühlen.

Angesichts des Säbelrasselns zwischen den USA und Nordkorea wächst auch bei Nordkoreas Nachbarn die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts. Südkoreas Militär wandte sich mit ungewohnt deutlichen Worten an die nordkoreanische Führung. Sollte der Norden seine "Provokationen" nicht unterlassen, werde das kommunistische Nachbarland "die harte und resolute Vergeltung der Alliierten" zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte, Roh Jae Cheon. Man sei darauf vorbereitet, die "Provokationen" Nordkoreas umgehend zu kontern.

Heute sollte Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammentreten. Ergebnisse stehen noch aus.

Japans Raketenabwehrsystem einsatzbereit

Auch Japan verurteilte seinen Nachbarn: "Die Provokationen Nordkoreas sind absolut inakzeptabel", sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. "Wir bitten Nordkorea dringend, die wiederholt von der internationalen Gemeinschaft ausgesprochenen harten Warnungen und Rügen ernst zu nehmen." Suga forderte Pjöngjang auf, den in der vergangenen Woche verhängten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats Folge zu leisten und auf weitere Provokationen zu verzichten.

Sollte Nordkorea eine Rakete Richtung US-Territorium abfeuern, könnte Japan diese abschießen, kündigte zudem Verteidigungsminister Itsunori Onodera an. Ein Raketenangriff würde die Abschreckungswirkung, die durch die militärische Allianz mit den USA besteht, aushebeln und die Existenz Japans bedrohen, sagte Onodera. In diesem Fall könne Japan von seinem Recht auf kollektive Selbstverteidigung Gebrauch machen und das Raketenabwehrsystem Aegis einsetzen.

Onoderas Aussage signalisiert eine Abkehr von der bisherigen Haltung Japans, nur Raketen abschießen zu können, die auf das eigene Land zielen. Vergangenes Jahr trat in dem Land ein Gesetz in Kraft, dass es Japan erlaubt, die USA und andere Verbündete zu verteidigen, falls sie von einem Feind angegriffen werden.

China in Konfliktvermeidungs-Haltung

China bezeichnete die Lage auf der koreanischen Halbinsel als äußert kompliziert und heikel. Die beiden Parteien sollten aufhören, sich gegenseitig aufzuschaukeln und sollten stattdessen besser an den Verhandlungstisch zurückkehren, mahnte bereits gestern ein Sprecher des Außenministeriums an.

Peking will mit allen Mitteln einen Konflikt direkt vor der eigenen Haustür vermeiden. Wohl aus diesem Grund äußere sich die chinesische Regierung in den letzten Tagen auffallend freundlich auch zu den USA, sagt ARD-Korrespondentin Birgit Eger aus dem Studio Peking. Außenminister Wang Yi lobte die Beschwichtigungen von US-Außenminister Rex Tillerson. Auch die staatlichen Nachrichten heben immer wieder die guten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China hervor.

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, mit aktuellen Informationen
tagesschau24 16:15 Uhr, 10.08.2017

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Reaktionen aus Deutschland

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea beschäftigt auch deutsche Politiker. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor und äußerte Verständnis für US-Präsident Donald Trump. "Die wiederholten Raketentests Nordkoreas verstoßen gegen geltendes Völkerrecht und bedrohen den regionalen Frieden", sagte die CDU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". "Ich verstehe, dass sich unsere amerikanischen Freunde bedroht fühlen, wenn die nordkoreanische Führung ohne Rücksicht auf die eigene Bevölkerung und die asiatischen Nachbarn immer weiterreichende Raketen entwickelt, die nach dem Willen des Machthabers Atomsprengköpfe tragen sollen."

Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warb für eine Vermittlung der EU in der Krise. "Deutschland hat nur begrenzte Möglichkeiten, in diesen Konflikt direkt einzuwirken", sagte er. Die Europäische Union dagegen sei bereits als Mittler vorgeschlagen worden. "Ich weiß nicht, ob das realistisch ist. Wenn es eine Möglichkeit dazu geben sollte, dann sollte sie genutzt werden." Zunächst müsse darauf gedrungen werden, den verbalen Schlagabtausch wieder durch vernünftige Gespräche zu ersetzen.

Weitere Sanktionen der EU

Die Europäische Union weitete derweil ihre Sanktionen gegen Nordkorea wegen der jüngsten Raketentests des Landes aus. Die Mitgliedstaaten verhängten Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen 13 Verantwortliche und Organisationen, wie der Rat in Brüssel mitteilte.

Betroffen ist unter anderem die nordkoreanische Staatsbank Foreign Trade Bank (FTB). Damit stehen nun insgesamt 160 Menschen und Organisationen auf der Schwarzen Liste der EU. Anfang August hatten bereits die Vereinten Nationen ihre Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft.

Konflikt mit Nordkorea: Sorge in Berlin
Michael Kück, ARD Berlin
10.08.2017 13:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. August 2017 um 07:29 Uhr.

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