Seitenueberschrift
Neues Flugschema erfolgreich getestet
In nicht mal sechs Stunden zur ISS
Russland hat erfolgreich ein neues Schema für seine Flüge zur Internationalen Raumstation ISS getestet. In der Rekordzeit von knapp sechs Stunden hat der Frachter "Progress M-16M" am Morgen um 03.18 Uhr deutscher Zeit an der Station angekoppelt, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos in Moskau mit.
Das Raumschiff war im kasachischen Baikonur gestartet und mit 2,6 Tonnen Nachschub beladen - darunter Treibstoff, Wasser, Lebensmittel, Sauerstoff, wissenschaftliche Geräte und Verbrauchsmaterial für die sechsköpfige russisch-amerikanisch-japanische Crew, die sich zurzeit auf der ISS aufhält.
Die "Progress M-16M" brauchte lediglich vier statt bisher 34 Erdumkreisungen, um ihr Ziel 400 Kilometer über der Erde zu erreichen.
Trotz größerer Entfernung schneller da
Die Voraussetzungen für dieses neue Flugschema, quasi noch am Starttag anzudocken, sind nach Auskunft russischer Experten erst seit Einstellung der Shuttle-Flüge im Sommer 2011 gegeben. Nach den Sicherheitsbestimmungen der NASA durfte für die Raumfähren die ISS-Umlaufbahn nicht höher als 350 Kilometer sein. Danach konnte sie auf rund 400 Kilometer angehoben werden.
Diese Höhe ist ballistisch ideal für das neue Sechs-Stunden-Kopplungsschema. Alternativ dazu steht angeblich noch eine 25-Stunden-Variante zur Verfügung.
Ein nicht näher beschriebener erster Test war einem Medienbericht zufolge bereits am 20. April kurz nach dem Start des Vorgängerraumschiffs "Progress M-15M" durchgeführt worden.
Neues Schema auch für bemannte Flüge
Wenn das neue Flugschema seine letzten Bewährungsproben besteht, soll es auch für die bemannten "Sojus"-Schiffe eingeführt werden.
Deren dreiköpfigen Besatzungen müssen derzeit noch zwei Tage lang in der sehr engen und unbequemen Kapsel ausharren, bevor sie an der ISS ankommen. Dadurch geht den Astronauten nicht zuletzt auch wertvolle Forschungszeit verloren.
Stand: 02.08.2012 05:43 Uhr
