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Gericht verfügt harte Werbeauflagen
Horrorfotos auf australischen Tabakwaren
Olivgrün, kleine Markenlogos, dafür große und abschreckende Fotos - so werden künftig Zigeretten in Australien verkauft. Das Oberste Gericht wies eine Klage großer Tabakkonzerne gegen dieses Gesetz ab. "Wir versuchen, das Leben von Menschen zu schützen", erklärte die Generalstaatsanwältin.
Von Nicola Glass, ARD-Hörfunkkorrespondentin Bangkok
Es ist ein juristischer Sieg für die Regierung und Anti-Tabak-Aktivisten: In Australien werden Zigaretten ab Anfang Dezember in einheitlichen olivfarbenen Schachteln verkauft. Das entschied das Oberste Gericht des Landes und lehnte damit eine Klage großer Tabakunternehmen wie "British American Tabacco" und "Philip Morris" ab.
Diese hatten versucht, das von Australiens Regierung bereits im vergangenen Jahr beschlossene Gesetz zu verhindern. Auf den Packungen wird außerdem mit drastischen Fotos vor den möglichen Folgen des Rauchens gewarnt.
Australisches Urteil im Zigarettenstreit
N. Glass, ARD Singapur
15.08.2012 13:53 Uhr
Die australische Generalstaatsanwältin Nicola Roxon gab sich bei ihrer Pressekonferenz zufrieden: "Der Gerichtsentscheid bedeutet, dass die Tabakkonzerne nun nicht länger Ausreden dafür finden können, diese Regelung nicht umzusetzen", erklärte Roxon. "Die Zigarettenindustrie versucht, ihre Gewinne zu verteidigen, das ist ihr Geschäft. Wir versuchen, das Leben von Menschen zu schützen."
Konzerne fürchten Gewinnverlust und gefälschte Ware
Die Konzerne hingegen sehen sich ihrer Markenrechte beraubt, weil Markennamen und Logos von den Zigarettenschachteln entfernt werden müssen, beziehungsweise künftig nur noch ganz klein aufgedruckt sein dürfen. Zudem befürchten die Unternehmen einen drastischen Einschnitt bei ihren Profiten. Und sie argumentieren, dass dann eben gefälschte Produkte den Markt überschwemmen würden.
"Unserer Ansicht nach wird dieses Gesetz auf die Regierung zurückfallen", so sieht es beispielsweise Scott McIntyre von "British Amercian Tobacco" in Australien. "Es wird dazu führen, dass mehr Menschen rauchen werden, auch mehr Jugendliche."
Regierung setzt auf abschreckende Wirkung
Australiens Regierung aber hofft, durch das neue Gesetz - das wohl strikteste dieser Art weltweit - die Anzahl der Raucher im Land nachhaltig verringern zu können. Drei Millionen Einwohner sind Raucher, etwa 15.000 sterben nach offiziellen Angaben jährlich an den Folgen ihres Nikotinkonsums.
Der Nichtraucher Carlos Barros hat seine ganz eigene Meinung zum Thema: "Das Gesetz ist eine gute Idee, aber ob es auch funktioniert, glaube ich nicht. Ein Raucher greift zur Zigarette, egal, was die Aufschrift auf der Packung sagt. Es muss ja kein Markenprodukt sein. Und momentan wird es so sowieso hinter dem Tresen verkauft, daher macht das keinen Unterschied."
Experten erklärten, das Urteil könne Signalwirkung für andere Länder haben, die ähnliche Regelungen prüfen würden.
Stand: 15.08.2012 13:42 Uhr
