Trümmer in Rakka | Bildquelle: dpa

Ehemalige IS-Hochburg Fast alle Zivilisten haben Rakka verlassen

Stand: 15.10.2017 17:30 Uhr

Die Schlacht um die ehemalige IS-Hochburg Rakka könnte bald zu Ende sein: Dem kurdisch geführten Bündnis SDF zufolge haben mehr als 3000 Zivilisten die Stadt verlassen. Nur noch wenige IS-Kämpfer halten sich demnach dort auf, die meisten von ihnen Ausländer.

Fast alle Zivilisten haben einem kurdisch geführten Bündnis zufolge in der Nacht die umkämpfte ehemalige IS-Hochburg Rakka in Nordsyrien verlassen. Wie ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mitteilte, handelt es sich dabei um insgesamt mehr als 3000 Menschen. Zugleich hätten 275 Syrer unter den IS-Kämpfern freies Geleit bekommen, nachdem sie sich ergeben hatten. Jetzt seien noch 150 bis 300 IS-Milizionäre in der Stadt, die meisten von ihnen ausländische Kämpfer.

Der Abzug war von örtlichen Stammesführern ausgehandelt worden, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. In den SDF haben sich Kurden und Araber zusammengetan, um den IS aus Rakka zu vertreiben.

Nachdem die Zivilisten und die Bewaffneten die Stadt verlassen hatten, gab das von den USA unterstützte Bündnis bekannt, dass man nun die letzte Offensive zur Befreiung gestartet habe. Die Aktion werde so lange dauern, bis die gesamte Stadt "von Terroristen gesäubert ist, die sich geweigert haben, sich zu ergeben". Etwa 90 Prozent Rakkas habe man bereits zurückerobert. Sechs Bezirke seien noch unter Kontrolle der Extremisten.

Seit Monaten heftige Gegenwehr

Die in Großbritannien beheimatete Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, unter den verbliebenen IS-Kämpfern in Rakka sei ein Mann, der im Verdacht stehe, Terroranschläge in Frankreich geplant zu haben. Er stamme aus Nordafrika und besitze die französische oder die belgische Staatsbürgerschaft.

Die Schlacht um Rakka hatte im Juni begonnen, die SDF-Allianz wurde dabei von intensiven Luftangriffen der US-geführten Koalition unterstützt. Angesichts heftiger Gegenwehr der Extremisten und Tausender in der Stadt eingeschlossener Zivilisten kamen die SDF-Kämpfer jedoch nur langsam voran. Rakka galt lange als Hauptstadt eines vom IS ausgerufenen Kalifats.

Mit Informationen von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Fast alle Zivilisten haben Rakka verlassen
C. Kühntopp, ARD Kairo
15.10.2017 15:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Oktober 2017 um 16:00 Uhr.

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