Fahrzeuge der syrisch-kurdischen Miliz SDF fahren im Norden von Rakka. | Bildquelle: REUTERS

Inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka offenbar umzingelt

Stand: 30.06.2017 17:18 Uhr

Nach der Quasi-Befreiung Mossuls steht der IS wohl vor einer weiteren verheerenden Niederlage: Seine Gegner haben offenbar die inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka umzingelt. Dort seien aber noch Tausende Dschihadisten verschanzt.

Übereinstimmenden Angaben zufolge haben die Gegner der Terrororganisation "Islamischer Staat" deren inoffizielle Hauptstadt Rakka umzingelt. Den IS-Kämpfern sei der letzte Fluchtweg aus ihrem eingeschnürten Kontrollgebiet abgeschnitten worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und kurdische Quellen mit.

Bodeneinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) setzten die "von ihrer Führung im Stich gelassenen" Dschihadisten an allen Fronten unter Druck, teilte ein Sprecher der Militäroperation "Inherent Resolve" mit. Kurdischen Quellen zufolge befinden sich noch gut 4000 IS-Kämpfer in Al-Rakka. Ihnen gegenüber stehen nach SDF-Angaben 2500 IS-Kämpfer. Laut UN befinden sich auch noch rund 100.000 Zivilisten in Rakka.

Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt Al-Rakka am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Der Ort wird seit 2014 von den Extremisten beherrscht. Im November hatte die von den USA geführte Operation zur Befreiung der Stadt aus den Händen der Terrormiliz begonnen.

Auch Mossul weitgehend befreit

Erst gestern hatte der Irak die bislang vom IS gehaltene Metropole Mossul für befreit erklärt. "Wir sehen das Ende des fingierten Daesch-Staates, die Befreiung von Mossul beweist das", erklärte der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi. Daesch ist die arabische Abkürzung für den IS.

Das seit Tagen angekündigte Ende des IS in seinen Hochburgen Rakka und Mossul bedeute keineswegs das Ende des IS als solches, warnt hingegen  Moayed Al-Dschehischi, Strategie-Experte aus dem nordirakischen Erbil: "Der IS wird vielleicht als selbst proklamierte Staatsform verschwinden", so Al-Dschehischi. "Aber der IS wird als Terrorgruppe, die im Untergrund kämpft, bestehen bleiben, und in den Ländern, wo sie existiert, Chaos stiften."

Mit Informationen von Cornelia Wegerhoff, ARD-Studio Kairo

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2017 um 03:00 Uhr.

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