Japanische Nachrichten über einen Raketentest Nordkoreas | Bildquelle: dpa

Nordkoreanischer Test "Rakete kann Atomsprengkopf tragen"

Stand: 15.05.2017 03:10 Uhr

Mit einem Raketentest hat Nordkorea erneut provoziert. Jetzt legte das Regime in Pjöngjang nach: Laut staatlichen Medien kann die Rakete einen Nuklearsprengkopf tragen. Die USA, Japan und Südkorea beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.

Die jüngst von Nordkorea getestete Rakete kann nach Angaben des Landes einen Nuklearsprengkopf tragen. Das am Sonntag abgefeuerte Geschoss vom Modell Hwasong-12 sei dazu in der Lage, meldete die nordkoreanische Agentur KCNA. Die Rakete hat nach japanischen Angaben innerhalb von 30 Minuten 800 Kilometer zurückgelegt.

Sie habe eine Höhe von 2000 Kilometern erreicht. Damit wollte das Regime die Fähigkeit der Rakete testen, aus der Atmosphäre aus- und wieder in sie einzutreten - eine wichtige Voraussetzung für eine Interkontinentalrakete. Das Geschoss habe einen steilen Abschusswinkel und deshalb nur eine geringe Reichweite gehabt, berichtet die BBC. Würde man aber einen normalen Abschusswinkel wählen, könnte die Rakete etwa 4500 Kilometer weit fliegen - mehr als jede bisherige nordkoreanische Rakete.

Nach dem Test kündigte der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung am Dienstag an. Die USA, Japan und Südkorea hätten die Beratungsrunde beantragt, teilten die UN mit.

USA "eisern" an der Seite ihrer Verbündeten

US-Präsident Donald Trump rief die internationale Gemeinschaft zu einer entschlossenen Reaktion auf: "Diese jüngste Provokation sollte als Ruf an alle Nationen dienen, viel stärkere Sanktionen gegen Nordkorea zu erlassen", erklärte das Weiße Haus. Die Absturzstelle der Rakete im Meer liege "näher an Russland als an Japan", daher könne sich Trump nicht vorstellen, dass die Regierung in Moskau "darüber erfreut ist". Die USA stünden weiterhin "eisern" an der Seite der Verbündeten Japan und Südkorea.

Die US-Regierung hatte auf Pjöngjangs bisherige Raketentests sowohl mit militärischen Drohungen als auch mit Dialog-Angeboten reagiert. Trump hatte gesagt, es wäre ihm "eine Ehre", den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu treffen, sollten die Bedingungen dafür passen. Eine hochrangige Diplomatin Nordkoreas erklärte, auch Pjöngjang sei bereit, sich zu Verhandlungen mit der Trump-Regierung zu treffen, wenn die Umstände dafür feststünden.

Der erst seit Montag amtierende Präsident Südkoreas, Moon Jae In, verurteilte den Raketentest. Dieser sei eine klare Verletzung der Resolution des UN-Sicherheitsrates und eine "ernsthafte Herausforderung" für den internationalen Frieden. Moon rief ein Sondertreffen des Nationalen Sicherheitsrates ein. Der Präsident habe sein tiefstes Bedauern darüber ausgedrückt, dass "diese Provokation" nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt erfolgt sei, sagte Moons Sekretär. Die Möglichkeit des Dialogs bestehe weiterhin, hieß es. Moon hatte bei seiner Antrittsrede erklärt, bereit zu sein, nach Pjöngjang zu reisen, sollten die Umstände dafür passen.

China rief alle Seiten zur "Zurückhaltung" auf. Das Land ist der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Wegen der wiederholten Raketen- und Atomwaffentests, mit denen Nordkorea den Westen provozierte, wendet sich aber auch Peking zunehmend von Pjöngjang ab.

Test vor zwei Wochen gescheitert

Es ist der erste Raketentest Nordkoreas seit zwei Wochen, als der Test einer ballistischen Rakete nur wenige Minuten nach dem Start fehlgeschlagen war. Nordkorea war in den vergangenen zwei Monaten vier Mal in Folge mit solchen Versuchen gescheitert.

Das isolierte Land treibt sein Atom- und Raketenprogramm trotz internationaler Kritik und bereits verhängter Sanktionen voran. Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests verhandeln die USA Diplomatenkreisen zufolge mit China auch über eine Verschärfung von Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen. China ist mit Nordkorea verbündet, hat seinen Nachbarn aber auch wiederholt zur Mäßigung aufgefordert.

Nordkorea testet erneut ballistische Rakete
J. Hanefeld, ARD Tokio
15.05.2017 08:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2017 um 05:30 Uhr.

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