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Ausland
Medwedew

Raketenschild: Russland bereit für Kompromiss?

Streit um Raketenschild

Medwedjew signalisiert Kompromissbereitschaft

Russlands Präsident Dmitri Medwedjew hat erstmals die Bereitschaft signalisiert, den geplanten US-Raketenabwehrschild unter Umständen zu akzeptieren. "Wir haben eine Chance, das Problem zu lösen, indem wir uns entweder auf ein globales Raketenabwehrsystem einigen oder zumindest eine Lösung für die bestehenden Programme finden, die die Russische Föderation zufriedenstellen würde", sagte Medwedjew in Washington. Russland ziehe allerdings ein globales Abwehrsystem "zersplitterten nationalen Elementen" vor, erläuterte er in einer Rede vor dem Council on Foreign Relations.

Schutz gegen Angriffe:

Infografik: Raketenabwehr
Animation Wie funktioniert die Raketenabwehr? [mehr]

Damit knüpfte er an frühere Äußerungen seines Vorgängers Wladimir Putin an, der einen gemeinsamen Abwehrschild der USA und Russlands vorgeschlagen hatte. Medwedjew betonte, von Russland werde keine Eskalation des Streits um die US-Pläne ausgehen: "Wir werden nichts unternehmen, bevor Amerika den ersten Schritt tut."

Obama als Hoffnungsträger

Obama plant offenbar einen militärischen Strategiewechsel für Afghanistan (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Moskau setzt auf Obama. ]
Zugleich äußerte er die Hoffnung, die Regierung des designierten US-Präsidenten Barack Obama werde die bisherigen Planungen noch einmal überdenken. Erste Signale deuteten darauf hin, dass Obama die Raketenabwehr-Pläne der scheidenden US-Regierung nicht einfach abnicken werde, sagte der russische Präsident. "Den amerikanisch-russischen Beziehungen fehlt das nötige gegenseitige Vertrauen." Er hoffe, dass sich dies mit dem Regierungswechsel in den USA ändern werde.

Medwedjew hatte einen Tag nach der US-Präsidentenwahl angekündigt, als Antwort auf den geplanten Raketenschirm der Vereinigten Staaten mit Komponenten in Polen und Tschechien eigene Kurzstreckenrakete an die polnische Grenze zu verlegen. Zudem verkündete er den Stopp zuvor angekündigter Abrüstungsschritte. Mit dem Zeitpunkt dieser Äußerungen habe er keineswegs Druck auf Obama ausüben wollen, sagte Medwedjew nun in Washington. Er werde den künftigen US-Präsidenten bald nach dessen Amtsantritt treffen und gehe davon aus, dass es dann wichtigere Themen als den Streit über den Raketenabwehrschild geben könne. "Ich bin vorsichtig optimistisch", so Medwedjew.

Stand: 16.11.2008 04:00 Uhr
 

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