Karte: Kuba

Kuba gibt Hellfire an USA zurück Der lange Weg der "irrtümlich" zugesandten Rakete

Stand: 14.02.2016 05:57 Uhr

2014 war Kuba für die USA noch ein "Schurkenstaat". Doch ausgerechnet dahin wurde eine US-Hellfire-Rakete geliefert - "irrtümlich", weil sie in der falschen Frachtmaschine war. Inzwischen ist Kuba für die USA kein Erzfeind mehr - und die Rakete ist endlich da, wo sie sein sollte.

Kuba hat den USA eine "irrtümlich" nach Havanna geschickte Hellfire-Rakete zurückgegeben und damit einen Militärskandal erster Güte zu einem glimpflichen Ende gebracht. Das kubanische Außenministerium teilte mit, US-Experten hätten die Rakete vom Typ AGM Hellfire aus Kuba zurück in ihr Heimatland gebracht.

US-Außenamtssprecher Mark Toner sagte: "Ohne in die Details zu gehen" könne er bestätigen, dass Kuba die Rakete zurückgegeben habe. Er fügte hinzu, die lasergesteuerte Rakete sei "deaktiviert" gewesen und hätte für Ausbildungszwecke genutzt werden sollen. Hellfire-Raketen wurden zur Bekämpfung von Panzern, Gebäuden und anderen Objekten aus der Luft entwickelt.

Rakete sollte bei NATO-Manöver eingesetzt werden

Der Skandal war vor einem Monat aufgeflogen. Die Hellfire war demnach im Sommer 2014 von der US-Waffenschmiede Lockheed Martin mit grünem Licht der US-Regierung nach Spanien geschickt worden - sie sollte bei NATO-Manövern eingesetzt werden.

Eigentlich sollte die Rakete dann über Frankfurt am Main nach Florida zurücktransportiert werden. Doch sie gelangte wegen eines "logistischen Fehlers" an Bord einer Frachtmaschine nach Paris und wurde dort in eine Frachtmaschine von Air France mit dem Ziel Havanna umgeladen. Dort entdeckten kubanische Zollbeamte das Geschoss. Zwar leiteten die USA Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen Diebstahl ein, waren indes von Beginn an von einem Irrtum ausgegangen.

"Gute Zusammenarbeit"

Die USA und das kommunistisch regierte Kuba waren ein halbes Jahrhundert Erzfeinde. US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro leiteten erst im vorvergangenen Jahr eine Normalisierung des Verhältnisses beider Staaten ein. Die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen hätte es erleichtert, die Hellfire-Affäre durch "gute Zusammenarbeit" zu beenden, sagte US-Außenamtssprecher Toner.

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