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Als Schutz vor Nordkorea
USA und Japan einigen sich auf Raketenabwehrsystem
Washington und Tokio haben sich darauf geeinigt, das Raketenabwehrsystem in Japan um einen zweiten Radarschirm zu erweitern. Ziel sei es, besser auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Tokio. Dort war er mit dem japanischen Verteidigungsminister Satoshi Morimoto und Außenminister Koichiro Gemba zusammengetroffen.
Das System richte sich nicht gegen China, betonten Regierungsbeamte. Über den genauen Stationierungsort sei noch nicht entschieden worden, hieß es.
Russland lehnt Ausbau ab
Russland kritisierte die Pläne. Die USA sollten den Raketenschutz lieber den "realen Herausforderungen und Gefahren" anpassen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der Agentur Interfax. Man beobachte alle Maßnahmen Washingtons in diesem sensiblen Feld ganz genau. Russland protestiert bereits seit Jahren massiv gegen einen geplanten US-Raketenabwehrschirm in Europa.
Panetta ruft zu friedlicher Lösung im Inselstreit auf
Im aktuellen Inselstreit zwischen Japan und China drängte Panetta auf eine friedliche Lösung. Beide Seiten müssten eine Weg finden, um ihre Differenzen beizulegen. Nach seinem Besuch in Japan wird Panetta nach Peking weiterreisen.
Das Verhältnis zwischen China und Japan ist wegen des Streits um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer stark angespannt. Am Wochenende gab es in vielen chinesischen Städten anti-japanische Proteste. Die Unternehmen Canon und Panasonic teilten zu Wochenbeginn mit, wegen der Proteste die Fertigung in einigen chinesischen Werken auszusetzen.
Auslöser des aktuellen Konflikts war der Kauf der umstrittenen Inseln durch die japanische Regierung, was in China als Affront betrachtet wurde. In den Wochen vor dem Kauf waren sowohl chinesische als auch japanische Aktivisten auf die Inseln gefahren, um die jeweiligen nationalen Ansprüche zu untermauern.
Japan kontrolliert die Inseln seit 40 Jahren, nachdem sie von den USA, die sie im Zweiten Weltkrieg erobert hatten, aufgegeben worden waren. Beansprucht werden die Inseln aber auch von China und Taiwan. Sie sind von reichen Fischgründen umgeben. Zudem werden Gasvorkommen dort vermutet.
Stand: 17.09.2012 18:09 Uhr
