Rafsandschani bewirbt sich um Irans Präsidentenamt

Präsidentenwahl im Iran

Rafsandschani kandidiert erneut

Der frühere iranische Staatschef Akbar Haschemi Rafsandschani hat überraschend seine Kandidatur für die Präsidentenwahl am 14. Juni angemeldet. Medienberichten zufolge reichte er seine Bewerbung nur wenige Minuten vor Ablauf der Anmeldefrist ein. Insgesamt 400 Kandidaten haben sich beworben, sie müssen jedoch noch vom Wächterrat bestätigt werden. Präsident Mahmud Ahmadinedschad darf laut Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.

Irans Präsidentschaftskandidat Rafsandschani (Bildquelle: dpa)
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Ex-Präsident Rafsandschani ist in das Kandidatenrennen eingestiegen.

Der 78-jährige Rafsandschani war zwischen 1989 und 1997 schon einmal Präsident. Er gilt als vergleichsweise moderat und war in den vergangenen Jahren wegen seiner scharfen Kritik an Ahmadinedschad de facto zum Oppositionsführer geworden. Mit seiner Kandidatur könnte er Hoffnungen des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei torpedieren, der eine reibungslose Übergabe der Macht favorisiert: Denn Kandidaten aus dem Lager der Reformer hatten schon vorher bekanntgegeben, dass sie zu Gunsten Rafsandschanis zurücktreten würden.

Rafsandschani will wieder iranischer Präsident werden
R. Baumgarten, SWR Istanbul
12.05.2013 09:23 Uhr

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Last-Minute-Kandidatur auch von Ahmadinedschad-Vertrautem

Kurz vor Rafsandschani ging auch die Kandidatur des iranischen Chefunterhändlers bei den internationalen Atomgesprächen, Said Dschalili, ein. Er gilt als konservativer Hardliner und Verbündeter Chameneis. Ebenfalls in letzter Minute meldete sich mit Esfandiar Rahim Mashaie ein enger Vertrauter des scheidenden Präsidenten an. Er wird von den Konservativen mit großem Misstrauen betrachtet. Ahmadinedschad darf laut Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.

Die Wahl gilt als Stimmungstest dafür, wie stark die Position Chameneis in der unter einer schweren Wirtschaftskrise und unter internationalen Sanktionen leidenden islamischen Republik noch ist. Nach der umstrittenen Wiederwahl Ahmadinedschads und der Niederlage der Reformer-Kandidaten 2009 war es zu gewalttätigen Protesten gekommen. Es waren die schwersten Unruhen seit der Revolution 1979. Dutzende Menschen wurden getötet.

Stand: 11.05.2013 18:25 Uhr

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