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Nach Verhandlungen in Genf

Einigung auf Abkommen zur Quecksilber-Reduzierung

Erstmals ist ein internationales Abkommen zur Eindämmung des Gebrauchs von Quecksilber in Sicht. Nach einwöchigen Verhandlungen in Genf nahmen Vertreter von etwa 140 Ländern ein Abkommen zur Einschränkung der Herstellung und des Einsatzes des umwelt- und gesundheitsschädlichen Metalls an, wie das Schweizer Außenministerium mitteilte.

Unterzeichnung an symbolträchtigem Ort

UNEP-Direktor Achim Steiner
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UNEP-Direktor Steiner (Archivbild): Millionen Menschen profitieren von dem Abkommen

Damit könnten in den nächsten Jahren weltweit Gefahren für die Gesundheit von Millionen von Menschen verringert werden, erklärte Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP). Unterzeichnet werden soll der Vertrag im Oktober aus symbolischen Gründen im japanischen Minamata. Tausende Einwohner der Stadt erlitten in den 1950er-Jahren aufgrund von Quecksilbervergiftungen durch Abwässer eines Chemiewerkes schwere und oft tödliche Schädigungen am zentralen Nervensystem.

Bevor das Abkommen in Kraft tritt, muss es von 50 Staaten ratifiziert sein. Das dürfte drei bis vier Jahre dauern. Das völkerrechtlich verbindliche Abkommen soll die Produktion von Quecksilber drosseln und dazu führen, dass die Verwendung des Metalls in Produkten und industriellen Prozessen allmählich zurückgefahren wird. Nach UNEP-Angaben soll die Herstellung bestimmter quecksilberhaltiger Produkte bis 2020 beendet werden.

Quecksilber wird unter anderem bei der Herstellung von Thermometern oder Energiesparlampen, aber auch in Zahnfüllungen und Gesichtscremes verwendet. Zudem werden große Mengen des gesundheitsschädlichen Metalls bei gewissen Arten der Goldgewinnung, der Kohleverbrennung und der Zementproduktion freigesetzt. Dies ist nach UNEP-Angaben vor allem in Entwicklungsländern ein Problem.

Erste Schritte zu Abkommen bereits vor einem Jahrzehnt

Angestoßen wurde der Verhandlungsprozess bereits vor einem Jahrzehnt von der Schweiz und Norwegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU begrüßten die Einigung als wichtigen Fortschritt beim Gesundheitsschutz. Nichtstaatliche Organisationen, die sich seit Jahren für ein umfassendes Quecksilberverbot einsetzen, übten allerdings auch Kritik. Dass es überhaupt zu einem verbindlichen Vertrag kommt, sei zwar zu begrüßen, erklärte Michael Bender von der Dachorganisation Zero Mercury Working Group. "Doch die Wirksamkeit ist eingeschränkt, weil die Kontrolle der Quecksilberemissionen aus Hauptquellen wie Kohlekraftwerken zu schwach sind."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Januar 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 19.01.2013 16:47 Uhr

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