Andrew Puzder | Bildquelle: REUTERS

Puzder zieht Kandidatur zurück Trumps Wunsch-Arbeitsminister gibt auf

Stand: 16.02.2017 00:37 Uhr

Weitere Schlappe für Donald Trump: Sein umstrittener Kandidat für das Arbeitsministerium, Puzder, will das Amt nun doch nicht mehr. Das gab Puzder in einer Stellungnahme bekannt. Offenbar hatten ihm zuvor mehrere republikanische Senatoren die Unterstützung entzogen.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Donald Trump muss eine weitere Niederlage einstecken.

US-Präsident Donald Trump muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Der von ihm als Arbeitsminister nominierte Unternehmenschef Andrew Puzder hat seinen Verzicht auf das Amt erklärt. Der Gastronomie-Unternehmer gab die Entscheidung bekannt, ohne konkrete Gründe zu nennen. Er sicherte lediglich dem Präsidenten und dessen "hochqualifiziertem Team" seine volle Unterstützung zu. Das Weiße Haus bestätigte Puzders Verzicht, nannte zunächst aber auch keine Einzelheiten.

Mindestens sieben Republikaner entzogen Unterstützung

Nach Informationen der "Washington Post" hatten Puzder zuvor jedoch mindestens sieben Senatoren von Trumps republikanischer Partei die Unterstützung entzogen. Damit drohte er im Bestätigungsverfahren des Senats durchzufallen.

Marco Rubio
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Der Republikaner Rubio begrüßte Puzders Rückzug.

Puzder habe "mit seinem Rückzug eine gute Entscheidung getroffen", erklärte der republikanische Senator Marco Rubio anschließend. Der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, begrüßte Puzders Verzicht als "Sieg für den amerikanischen Arbeiter". Der Unternehmer hätte niemals von Trump für den Ministerposten nominiert werden dürfen, "und viele Republikaner sehen das klar genau so", erklärte der Demokrat.

Haushaltshilfe schwarz beschäftigt

Puzder war einer der umstrittensten Kabinettskandidaten des neuen Präsidenten. Ihm wird vorgeworfen, jahrelang eine Immigrantin ohne Arbeitserlaubnis schwarz als Haushaltshilfe beschäftigt zu haben. Zudem stehe er für eine Aushöhlung der Rechte der Arbeitnehmer. Für Aufsehen in den USA sorgten auch Berichte über Puzders Scheidung aus dem Jahr 1987. Seine damalige Ehefrau hatte damals den Scheidungswunsch unter anderem mit häuslicher Gewalt begründet.

Weiterer Rückschlag für Trump

Für Trump bedeutet Puzders Absage einen weiteren Rückschlag bei der Aufstellung seines Regierungsteams. Am Montag war bereits Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn wegen Falschbehauptungen über seine dubiosen Kontakte zum russischen Botschafter zurückgetreten. Die neue Bildungsministerin Betsy DeVos hatte in der vergangenen Woche nur mit hauchdünner Mehrheit das erforderliche grüne Licht des Senats erhalten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Februar 2017 um 02:20 und 04:56 Uhr.

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