Donald Trump und Melania in der Dunkelheit bei ihrer Rückkehr in die USA | Bildquelle: AP

Nach Gespräch mit Putin Trump in der Defensive

Stand: 17.07.2018 07:50 Uhr

Vom "ernsthaftesten Fehler" des US-Präsidenten bis hin zu "beschämend" und "verräterisch" reicht die Kritik in den USA nach dem Treffen mit Putin - selbst von Republikanern. Dagegen wehrt sich der US-Präsident.

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Kritik an seinem Auftritt mit Russlands Staatschef Wladimir Putin in Helsinki verteidigt. Auf dem Rückweg in die USA schrieb er, er habe Vertrauen in seine Geheimdienstler. "Aber um eine bessere Zukunft aufzubauen, erkenne ich auch an, dass wir nicht nur auf die Vergangenheit schauen dürfen." Die USA und Russland seien die zwei größten Atommächte der Welt. "Wir müssen uns verstehen!"

Das Weiße Haus teilte mit, der Präsident werde sich nach seiner Rückkehr aus Helsinki im Laufe des Tages mit Mitgliedern des US-Kongresses treffen, um über die Kritik zu sprechen.

Trump hatte es in einer Pressekonferenz mit Putin in Helsinki auf eine Reporterfrage hin unterlassen, die mutmaßlichen russischen Cyberattacken auf die US-Demokraten zu verurteilen. Zwar betonte er auch bei diesem Auftritt sein "großes Vertrauen in meine Geheimdienst-Leute", doch sei Putin in seinem Dementi einer Wahlkampfeinmischung "extrem stark und kraftvoll" gewesen. 

Putin lobte Trump nach dem Gipfel als "interessanten Gesprächspartner". "Er hört zu und nimmt Argumente an", sagte er dem staatlichen russischen Sender Kanal eins. Bei Fox News sagte Putin später, die Beziehungen zwischen den USA und Russland dürften keine "Geisel" der Mueller-Ermittlungen sein. Diese seien "innenpolitische Spiele der USA".

Trump wegen Harmonie-Gipfel mit Putin zu Hause unter Druck
tagesschau 14:00 Uhr, 17.07.2018, Claudia Drexel, NDR

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Empörung auf allen Seiten im Kongress

Der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, Dan Coats, verteidigte nach Trumps Auftritt die Erkenntnisse der ihm unterstellten Behörden zu den mutmaßlichen russischen Cyberangriffen im US-Wahlkampf 2016 gegen die vom US-Präsidenten vorgebrachten Zweifel.

Im US-Kongress lösten Trumps Äußerungen parteiübergreifend Empörung aus. Die oppositionellen Demokraten bezeichneten den Auftritt Trumps als "beschämend". In der gesamten Geschichte der USA habe noch nie ein Präsident einen "Widersacher" derart unterstützt, wie dies Trump jetzt getan habe, erklärte der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. "Er stellt sich selber über das Land."

Schumer erklärte, dass Trump zusammen mit Putin gegen die Strafvollzugsbehörden und Geheimdienste der USA Stellung beziehe, sei "gedankenlos, gefährlich und schwach". Millionen US-Bürger fragten sich, ob die mögliche Erklärung für dieses Verhalten ihres Präsidenten sei, dass Putin "schädliche Informationen" über Trump in der Hinterhand habe.

Demonstranten vor dem Weißen Haus kritisieren US-Präsident Trump. | Bildquelle: REUTERS
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Vor dem Weißen Haus warteten bereits Demonstranten auf US-Präsident Trump.

Trump: Russland besitzt keine nachteiligen Informationen

Auch dagegen wehrte sich Trump: Putin habe in Helsinki "so stark betont wie man es nur kann, dass sie keine Informationen über Trump haben", sagte der US-Präsident im Interview mit dem konservativen US-Sender Fox News. "Und noch eines: Falls sie welche hätten, wären sie längst herausgekommen."

Trump verteidigte zudem erneut seine Haltung, nicht an eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016 zu glauben. Es sei "eine Schande", dass er und Putin dazu Fragen hätten beantworten müssen.

"Russland ist nicht unser Verbündeter"

Anders als sonst war zuvor auch die Kritik in Trumps eigener Partei heftig: "Der Präsident muss anerkennen, dass Russland nicht unser Verbündeter ist", sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan. "Es ist keine Frage, dass Russland in unsere Wahl eingegriffen hat und weiterhin versucht, die Demokratie hier und weltweit zu untergraben."

Es gebe keine "moralische Gleichwertigkeit" zwischen den USA und Russland, das gegenüber "unseren Idealen und grundlegenden Werten" feindselig gesonnen bleibe. "Die Vereinigten Staaten müssen sich darauf konzentrieren, Russland zur Rechenschaft zu ziehen und seine bösartigen Angriffe auf die Demokratie zu stoppen", forderte er.

"Schändliche Aufführung"

US-Senator John McCain sprach von einem "tragischen Fehler". Die Pressekonferenz sei "eine der schändlichsten Aufführungen eines amerikanischen Präsidenten seit Menschengedenken" gewesen. Trump habe sich nicht nur unfähig, sondern auch "unwillig" gezeigt, Putin die Stirn zu bieten.

Er und Putin "schienen vom selben Blatt abzulesen", als Trump "sich bewusst entschied, einen Tyrannen zu verteidigen". Der Schaden, der durch Trumps "Naivität, Egoismus, falscher Äquivalenz und Sympathie für Autokraten" entstanden sei, sei schwer zu bemessen. Trump habe dabei versagt, sein Land und dessen Werte zu verteidigen. Kein früherer US-Präsident habe sich jemals derart "vor einem Tyrannen selbst erniedrigt".

Und selbst einer der größten Trump-Unterstützer, Newt Gingrich, sprach vom bislang ernsthaftesten Fehler des Präsidenten seit Amtsantritt vor rund anderthalb Jahren.

Entsetzen und Scham: US-Reaktionen auf Trump in Helsinki
Katrin Brand, ARD Berlin zzt. Washington
17.07.2018 07:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juli 2018 um 04:40 Uhr.

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