Le Pen bei Putin  | Bildquelle: AP

Besuch in Moskau Putin empfängt Le Pen

Stand: 24.03.2017 16:16 Uhr

Kremlchef Putin hat wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich überraschend die rechtsextreme Kandidatin Le Pen empfangen. Über eine finanzielle Unterstützung für Le Pens Front National sei aber nicht gesprochen worden, so Putins Sprecher.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die französische rechtsextremistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen im Kreml empfangen. "Ich weiß natürlich, dass der Wahlkampf in Frankreich läuft", sagte Putin. "Wir wollen keineswegs Einfluss auf Entwicklungen nehmen, aber wir behalten uns das Recht vor, mit den Repräsentanten aller politischer Kräfte eines Landes zu sprechen." Le Pen repräsentiere ein "politisches Spektrum" in Europa, das sich rasch entwickle.

Lob von Front-National-Chefin

Le Pen bei Putin | Bildquelle: REUTERS
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Ein Handschlag mit Symbolkraft? Die rechtsextreme französische Kandidatin Le Pen und Kremlchef Putin.

Le Pen hatte Putin wiederholt gelobt. Sie warb zu Beginn des zuvor nicht angekündigten Gesprächs für einen Austausch von Geheimdienstinformationen im Kampf gegen den Terrorismus. Zuvor hatte sie russische Parlamentarier getroffen und vor dem Duma-Ausschuss für internationale Angelegenheiten gesprochen. Über eine finanzielle Unterstützung für Le Pens rechtsextremen Front National sei nicht gesprochen worden, sagte Putins Sprecher.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete das Treffen, als "normale Praxis". Putin habe seine Bereitschaft bekräftigt, sowohl mit der aktuellen politischen Führung als auch mit der Opposition in Kontakt zu stehen, sagte er. Normalerweise trifft der Kreml-Chef laut Protokoll jedoch eher den Staats- oder Regierungschef.

Im Wahlkampf verspricht Le Pen ein Referendum über den Verbleib Frankreichs in der EU, die Rückkehr zu einer eigenen Währung und den Austritt aus dem integrierten militärischen Kommando der NATO. Zudem lehnt sie die aktuellen Sanktionen gegen Russland ab.

Die voraussichtlich zwei Runden der französischen Präsidentenwahl finden am 23. April und am 7. Mai statt. Die Politikerin liegt zwar in Frankreich Umfragen zufolge in der ersten Runde der Wahl vorne, doch aus dem Ausland wird sie nur von rechten Parteien unterstützt. In der zweiten Wahlrunde dürfte sie laut Umfragen gegen den pro-europäischen Kandidaten Emmanuel Macron verlieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. März 2017 um 14:00 Uhr und 15:00 Uhr.

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