Wladimir Putin | Bildquelle: dpa

Hackerangriffe Hat Putin die US-Wahl beeinflusst?

Stand: 15.12.2016 12:40 Uhr

War es ein Rachefeldzug gegen Clinton? Putin soll persönlich Anweisungen gegeben haben, wie mit den gehackten E-Mails der Demokraten umgegangen werden soll. Das sagen die US-Geheimdienste.

Russlands Präsident Wladimir Putin soll versucht haben, die US-Präsidentenwahl zu beeinflussen. Davon seien US-Geheimdienste "mit hoher Sicherheit" überzeugt, berichtet der US-Fernsehsender NBC. Der Sender beruft sich auf anonyme, hochrangige US-Geheimdienst-Mitarbeiter. Putin habe demnach Anweisungen zur Verbreitung gehackter E-Mails der Demokratischen Partei gegeben. Diese neue Information stamme aus diplomatischen Quellen sowie von Spionen, die für Verbündete der USA arbeiteten.

Erst Rache, dann Kalkül?

Zunächst sei es dem Kreml-Chef um Rache gegen die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, gegangen, so die Geheimdienste. Der Grund seien offenbar kritische Bemerkungen Clintons. Sie hatte als Außenministerin öffentlich die Rechtmäßigkeit der russischen Wahlen von 2011 infrage gestellt. Außerdem habe Putin Korruption in der US-Politik aufzeigen und den Eindruck vermitteln wollen, dass sich Verbündete nicht auf die USA verlassen könnten.

Trumps Reaktion: "Lächerlich"

Die US-Regierung beschuldigt Russland seit längerem, hinter einigen Angriffen auf Computersysteme politischer Organisationen und Institutionen zu stehen. So habe Moskau sich nun in den Wahlkampf eingemischt. Auch der Geheimdienst CIA war Medienberichten zufolge zu dem Schluss gekommen, Russland habe durch die Angriffe gezielt in die Wahl eingegriffen, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Der künftige US-Präsident hat dies als "lächerlich" zurückgewiesen.

Ähnliche Reaktionen waren damals aus Russland gekommen - wie auch jetzt. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies den neuen NBC-Bericht als "lächerlichen Unsinn" zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2016 um 18:00 Uhr

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